👉 Schnelle Zusammenfassung nach jeder Regierungspressekonferenz
Mittagsreport jetzt kostenlos abonnieren
|
✨ Satz des Tages: "Dann unterstellen wir uns gegenseitig, dass wir Unterstellungen benutzen" (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille im Wortgefecht mit Tilo Jung) ⭐ Wichtigste Themen: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Drohnen, Russland ❗ Die RegPK begann heute um 11:31 Uhr und lief bis 12:32 Uhr und dauerte damit 62 Minuten. Es waren 24 Textjournalisten und 5 Kameraleute anwesend. |
Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt und Konsequenzen für die Regierungspolitik
• dts will wissen, ob der Bundeskanzler dem Wahlsieger schon gratuliert hat. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille verweigert eine Antwort mit dem Hinweis, dass sich der Kanzler erst nach den Gremiensitzungen der Parteien äußern werde.
• Tilo Jung fragt, ob der Kanzler keine Verantwortung seiner Politik für das Ergebnis sehe. Hille entgegnet, dass Wahlanalysen in den Parteigremien stattfänden und er als Regierungssprecher hier nicht einordnen werde. Auf die Frage, ob der Traum des damaligen Kanzlerkandidaten, die AfD zu halbieren, geplatzt sei, antwortet Hille, dass man mit seinem Politikangebot so viele Menschen wie möglich gewinnen wolle, um Deutschland als erfolgreichen Wirtschaftsstandort zu erhalten und die Transformation zu gestalten.
• Markus Decker (RND) fragt das BMI nach Vorkehrungen gegen Informationsweitergabe durch AfD-Innenminister. BMI-Sprecher sagt, es gebe noch keine neue Regierung, darüber hinaus müsse man abwarten.
• Reuters fragt nach negativen Konsequenzen für die Wirtschaft. Hille betont, man mache Politik für ganz Deutschland, nicht für einzelne Länder.
• Fátima Lacerda fragt, warum der Regierung die Erkenntnis fehle, dass die Menschen ihre Politik nicht gut finden. Hille erklärt, man sei von der Richtigkeit des Weges überzeugt, auch wenn Entscheidungen zur Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme nicht sofort Zuspruch fänden, und verweist auf erste positive Wirtschaftsprognosen. Sie hakt nach und zitiert den SPD-Generalsekretär, der bei der Krankschreibung und der Rentenreform Korrekturbedarf angemeldet habe. Hille erinnert an die Äußerungen des Kanzlers auf der Kabinettsklausur und sagt, dass Veränderungen in der Koalition besprochen werden müssten.
• Hans Jessen will wissen, ob der Kanzler bereit sei, die Reformprojekte erneut zu diskutieren, nachdem Vizekanzler und Finanzminister Kritik am Reformkurs geübt hätten. Hille wiederholt, dass Wünsche nach Veränderungen in der Koalition besprochen werden müssen.
• Vladimir Balzer (Deutschlandradio) fragt nach den Vorbereitungen auf einen Politikwechsel in Sachsen-Anhalt, der die Arbeit von Institutionen wie dem Umweltbundesamt oder der Bundeskulturstiftung betreffen könnte. Ein Sprecherin des Forschungsministeriums verweist auf die Einigung in der GWK zur Absicherung der Bund-Länder-Zusammenarbeit, Hille ergänzt, dass es noch keine neue Regierung gebe und man bei Bedarf reagieren werde.
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt, ob der Kanzler das Wahlergebnis als Bestätigung seines Weges sehe. Hille entgegnet, er habe nicht von einem "guten", sondern einem "richtigen" Weg gesprochen, und verweist erneut auf die anstehenden Analysen.
• Ana Plasencia (Deutsche Welle) fragt, inwiefern man bei Zustimmungswerten von 16% (Kanzler) und 9% (Sachsen-Anhalt) von einem "richtigen Weg" sprechen könne und ob man sich Gedanken mache. Hille erklärt, man sei von der Richtigkeit der Antworten auf die großen Herausforderungen (Sicherheit, Wirtschaft, KI-Transformation) überzeugt und man frage sich natürlich, was man besser machen könne. Auf ihre Nachfrage nach einer ersten Reaktion des Kanzlers bittet Hille um Geduld bis zu dessen Äußerung gegen 13:30 Uhr.
• Tilo Jung fragt, ob die Regierung nicht registriere, dass die Menschen die Zukunft der Sozialsysteme als Bedrohung ihrer eigenen Zukunft verstünden und dies die Ursache für AfD-Wähler sei. Hille weist die Unterstellung zurück, dass Politikbereiche gegeneinander ausgespielt würden.
• Fátima Lacerda fragt, ob die "Brandmauer" zur AfD noch stehe. Hille verweigert eine Antwort und weist die Einordnung zurück.
• dts, woran Hille seine vorherige Feststellung festmache, dass die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt noch etwas dauern werde. Hille verweist auf die nicht einfachen Mehrheitsverhältnisse, will sich aber auf keinen Zeithorizont festlegen.
Drohnenabwehr und Sicherheitsvorkehrungen
• Felicitas Boeselager (Deutschlandradio) fragt nach den konkreten Plänen zur aktiven Drohnenabwehr durch private KRITIS-Betreiber und nach dem Zeitplan für eine Verordnung zum KRITIS-Dachgesetz. Ein Sprecher des BMI bestätigt, dass es Überlegungen für ein Gesetzesvorhaben gebe, die Gespräche dazu aber noch liefen; zur Verordnung gebe es keinen neuen Stand.
• Christian Rohde (ZDF) fragt, ob die Bundesregierung befürchte, dass durch einen möglichen AfD-Regierungswechsel Informationen zu den Ermittlungen gegen Russland im Fall des Drohnenangriffs auf Leipzig abfließen könnten. Hille und ein Sprecher des BMI verweisen auf die hohe Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden gegenüber hybriden Bedrohungen und Spionage. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums ergänzt, dass die Informationsweitergabe nach dem "Need-to-know"-Prinzip erfolge, unabhängig von Parteien. Rohde fragt nach, ob die Aussage von Verteidigungsminister Pistorius vor der Wahl, eine AfD-Landesregierung wäre ein Problem für die Bundeswehr, noch Bestand habe. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigt, dass der "Namens artikel" die Position des Ministers darstelle, und wiederholt das Prinzip der adressatengerechten Informationsweitergabe.
Attribuierung des Drohnenangriffs an Russland und russische Reaktion
• Felicitas Boeselager (Deutschlandradio) fragt nach den konkreten Erkenntnissen, die zur Attribution kurz vor der Wahl geführt hätten. Hille und ein Sprecher des BMI betonen, dass die Attribution auf umfangreichen Ermittlungen und nachrichtendienstlichen Erkenntnissen beruht habe und kein zeitlicher Zusammenhang mit der Wahl bestehe.
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt, ob die Bundesregierung ausschließen könne, dass innenpolitische Erwägungen eine Rolle beim Zeitpunkt der Veröffentlichung gespielt hätten. Hille wiederholt, dass die Attribution stattfand, als sie möglich war.
• Ana Plasencia (Deutsche Welle) fragt nach der Reaktion auf die verschärfte Rhetorik von Russlands Außenminister Lawrow, der die Anschuldigungen als "Beginn eines echten Krieges" bezeichnet habe. Hille kommentiert die Aussagen nicht direkt, ordnet sie aber als Teil hybrider Angriffe ein und stellt klar, wer in Europa den Angriffskrieg führe. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums pflichtet bei.
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt, warum man im Fall Nord Stream die Ermittlungen abwarte, hier aber nicht. Hille verweist auf die umfangreichen Ermittlungen und den Schutz der Bürger als oberste Priorität, ein Sprecher des Verteidigungsministeriums verweist auf die mehreren Dimensionen der Erkenntnisse.
• Fátima Lacerda fragt nach der Einordnung einer nuklearen Drohung des russischen Botschafters. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagt, er kenne die Aussage nicht und habe dazu nichts zu kommentieren.
Hackerangriff auf das Land Berlin und Cybersicherheit
• Jana Wolf (Rheinische Post) fragt, wie schwerwiegend die gehackten und veröffentlichten Daten seien. Ein Sprecher des BMI erklärt, dass die detaillierte Auswertung durch BSI, BKA und Verfassungsschutz laufe und die Gruppierung als kriminell und finanziell motiviert eingestuft werde. Auf Nachfrage von Frau Wolf, ob durch den Hack eine verschärfte Bedrohungslage bestehe, verweist die Sprecherin auf das Ergebnis der laufenden Auswertung.
• Birthe Sönnichsen (ARD-Hauptstadtstudio) fragt, ob der Bund die Länder bei der IT-Sicherheit besser unterstützen müsse. Der Sprecher des BMI verweist auf bestehende Maßnahmen und den geplanten "Cyberdom" für ein zentral koordiniertes Schutzsystem. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums stellt klar, dass Netze der Bundeswehr nicht betroffen seien, man aber die Auswertung der möglicherweise ausgetauschten Daten (z.B. Gebäudepläne) abwarte, um gegebenenfalls Maßnahmen der militärischen Sicherheit abzuleiten.
• Jana Wolf (Rheinische Post) hakt nach, ob bei den veröffentlichten Daten nicht Eile geboten sei. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums entgegnet, dass ständige Schutzmaßnahmen liefen und man die Ergebnisse der Analyse abwarten müsse. Sie fragt abschließend, wie die Kommunikation an die Bevölkerung bei so einem massiven Datenleck aussehen solle. Hille betont die ständige Wachsamkeit der Behörden und den anhaltenden Wettlauf zwischen Angreifern und Verteidigern, räumt aber ein, dass der Schaden noch nicht valide abgeschätzt werden könne.
Geheimnisvolles US-Militärkrankenhaus in Weilerbach
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt das Bauministerium zu einem in Weilerbach bei Ramstein geplanten US-Militärkrankenhaus. Er zitiert seiner Ansicht nach widersprüchliche Kennzahlen (1,8 Milliarden Dollar Kosten, 47 Hektar, 4800 Räume, aber nur 68 Betten) und fragt, ob der Bundesregierung die vollständige Nutzungsplanung bekannt sei. Ein Sprecher des Bauministeriums bestätigt, dass der Bund Bauherr sei und das Amt für Bundesbau die Fachaufsicht habe. Es handele sich um einen Krankenhauskomplex inklusive Labor. Den Rohbau sieht man 2029 bezugsfertig. Zu den konkreten Kennzahlen könne man keine Angaben machen und werde diese nachliefern. Er betont, es sei ein Projekt der US-Armee.
Ukraine-Gespräche und EU-Verteidigungspolitik
• dts fragt nach dem Fazit der Ukraine-Gespräche in Kiew und ob durch die US-Bemühungen eine neue Dynamik im Friedensprozess entstehe. Hille bestätigt die Beteiligung des außenpolitischen Beraters des Kanzlers an den Gesprächen mit den E3-Staaten. Er sagt, es gehe darum, Wege zu einem Verhandlungsprozess auszuloten, betont aber, dass Russland von seinen Maximalforderungen abrücken müsse, während die Ukraine bereits zu Schritten bereit sei.
• Tobias Heimbach (NBR) fragt nach den deutschen Vorbehalten gegen eine geplante Expertengruppe auf EU-Ebene zum Thema Verteidigung. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums äußert sich nicht zu internen Abstimmungen, betont aber die Verantwortung der Mitgliedstaaten für die Verteidigungspolitik und verweist auf bestehende EU-Instrumente wie PESCO.
• Fátima Lacerda darf die letzte Frage stellen, verzichtet aber wegen der fortgeschrittenen Zeit.
|
✨ Satz des Tages: "Der Staat ist ja kein Selbstzweck, sondern der Staat ist das Gebilde des Gemeinwesens, das für uns alle da ist. Das wollte ich nur klarstellend einmal sagen." (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille) ⭐ Wichtigste Themen: Sicherheitslage/Russland, VW-Krise und die Frage, warum immer häufiger keine Fragen auf Pressebegegnungen im Kanzleramt zugelassen sind. ❗Die RegPK dauerte heute von 11:30 Uhr bis 12:56 Uhr, also 86 Minuten. Es waren 20 Textjournalisten und 2 Kameraleute abwesend. |
Tom Schwarzer wird als neuer Sprecher des Umweltministeriums vorgestellt. Er hat zuvor fünf Jahre im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in der Presseabteilung gearbeitet und bringt nach eigenen Angaben Erfahrungen aus Wirtschaft, Agenturen und Diplomatie mit.
Kanzlertermine kommende Woche
Sebastian Hille kündigt die Termine von Bundeskanzler Friedrich Merz für die kommende Woche an. Am Mittwoch, dem 9. September, findet ab 9 Uhr die Generaldebatte im Bundestag zum Bundeshaushalt 2027 statt, bei der der Kanzler als zweiter Redner spricht. Wegen der Generaldebatte entfällt die Kabinettssitzung. Am Mittwochnachmittag empfängt der Kanzler um 17 Uhr den Präsidenten des Europäischen Rates, Antonio Costa, im Kanzleramt. Thema sind die bevorstehenden EU-Ratstreffen im zweiten Halbjahr 2026 und der mittelfristige Finanzrahmen. Im Anschluss ist eine Pressekonferenz vorgesehen. Am Donnerstag, dem 10. September, empfängt der Kanzler die Leiter der deutschen Auslandsvertretungen im Rahmen der Botschafterkonferenz, um seine außenpolitischen Prioritäten darzustellen. Am Donnerstagnachmittag trifft er gegen 16 Uhr den Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Muhammad bin Zayid Al Nahyan. Thema sind der Ausbau der strategischen Partnerschaft, die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen und Frieden im Nahen Osten.
Reise der Forschungsministerin zum Space Summit
Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, reist am 9. und 10. September in Vertretung des Bundeskanzlers zum International Space Summit nach Paris. Sie wird gemeinsam mit dem französischen Forschungsminister Philippe Baptiste an der Eröffnung teilnehmen und bilaterale Gespräche führen. Raumfahrt ist als strategisches Forschungsfeld Teil der Hightech-Agenda Deutschland.
• Falk Steiner fragt nach Unterstützung für Iris Square in der aktuellen Iteration – dies müsse nachgeliefert werden.
• Reuters fragt, warum der Kanzler nicht selbst teilnimmt, da die US-Regierung offenbar Firmen und Vertreter aufgefordert hat, nicht an der Konferenz teilzunehmen. Hille erklärt, dass die Generaldebatte am Mittwoch und die Termine am Donnerstag keinen Raum für eine Kanzler-Teilnahme ließen.
Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt
Vom 7. bis 11. September findet die jährliche Konferenz der Leiter der 225 deutschen Auslandsvertretungen statt. Schwerpunkte sind Sicherheit, Handel und Außenwirtschaftsförderung sowie Digitalisierung, Technologie und KI. Am Montag eröffnet Außenminister Wadephul die Konferenz, am Dienstag findet der Wirtschaftstag mit EU-Handelskommissar Sefcovic statt, am Donnerstag kommt NATO-Generalsekretär Rütte zur Abschlussveranstaltung.
• Hans Jessen fragt, ob das Thema des deutschen Ansehensverlusts in der Welt (Nahost-Krieg) auf der Konferenz behandelt wird. Herr Giese vom Auswärtigen Amt weist die Prämisse eines Ansehensverlusts entschieden zurück und erklärt, Partnerschaften Deutschlands in der Welt seien das überwölbende Thema der Außenpolitik.
• Falk Steiner fragt, ob der Kanzler den Botschaftern auch Klimadiplomatie als Priorität mitgibt. Hille erklärt, er werde keine Themen ausschließen, die Prioritäten des Kanzlers schlossen andere Themen nicht aus.
Besuch des Präsidenten der VAE
• dpa fragt, ob es nach dem Treffen des Kanzlers mit dem Präsidenten der VAE eine Pressekonferenz gibt. Hille verneint: Es handelt sich um einen Staatsbesuch mit klarem protokollarischen Rahmen, die Presseelemente finden beim Bundespräsidenten statt.
• Falk Steiner fragt nach Energiethemen angesichts der Gasspeicherfüllstände. Hille bestätigt, dass Energie ein Thema der wirtschaftlichen Beziehungen und Investitionen sein wird. Auf Nachfrage, ob auch Rüstung thematisiert wird, verweist Hille auf seine vorherige Antwort und den Grundbogen der wirtschaftlichen Beziehungen.
• Philipp Eckstein (ARD-Hauptstadtstudio) fragt nach der Zusammenarbeit bei Strafverfolgung von deutschen Straftätern in den VAE. Herr Bowinkelmann vom BMJ erklärt, der aktuelle Sachstand zur strafrechtlichen Kooperation liege nicht vor, man sei aber im Austausch und in Verhandlungen über ein Rechtshilfeabkommen mit den VAE.
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt, ob der Besuch genutzt wird, um auf den Bürgerkrieg im Sudan einzuwirken. Herr Giese vom AA verweist auf die Sudan-Konferenz in Berlin im vergangenen Jahr und erklärt, die Bundesregierung rufe alle auf, die Einfluss auf die Konfliktparteien haben, diesen Einfluss zu nutzen, um den Konflikt zu beenden. Insbesondere Waffenlieferungen verlängerten den Krieg.
• Auf Nachfrage von Tilo Jung, wer konkret gemeint sei, nennt Giese keine Liste, verweist aber auf die Teilnehmer der Sudan-Konferenz.
Russland-Ukraine / Goethe-Institut-Schließung
• Mohammad-Haitham Aiash fragt, ob es noch Kommunikation mit Russland gibt und ob die Bundeswehr in Alarmbereitschaft sei. Hille bezieht sich auf Außenminister Wadephul, der gesagt habe, dass konstruktive Beziehungen zu Russland erstrebenswert seien, aber ein Mindestmaß an Kooperationsbereitschaft auf russischer Seite nötig sei. Vor dem Hintergrund der aufgedeckten Anschläge in Leipzig sehe man das leider nicht. Die diplomatischen Kontakte bestünden fort.
• Hans Jessen fragt nach der Schließung der Goethe-Institute in Moskau und St. Petersburg. Hille bedauert die Entscheidung der russischen Seite, dies sei ein Verlust im kulturellen Austausch. Ob entsandte Mitarbeiter das Land verlassen müssen, stehe noch nicht fest. Auf die Frage, um wie viele Personen es sich handele, verweigert Hille aus Schutz der Beschäftigten eine Angabe.
• dts fragt, ob die Bundesregierung mit Gegenmaßnahmen auf die Schließung reagiert. Herr Giese vom AA erklärt, es gebe keinen weiteren Reaktionsbedarf, die Schließung des russischen Hauses in Berlin sei bereits verfügt worden.
• Tilo Jung fragt, ob die Bundesregierung die EU-Einordnung der Vorfälle in Leipzig als "staatlich geförderten Terrorismus" teile. Hille verweist auf die Aussagen der Minister in dieser Woche, die Bundesregierung spreche von hybriden Angriffen, und lehnt eine Qualifizierung ab.
Hybride Angriffe und Sicherheitslage
• Falk Steiner fragt nach Zusammenhängen zwischen verschiedenen Ereignissen der letzten fünf Wochen, die unterschiedlich attribuiert wurden. Herr Bowinkelmann vom BMI erklärt, die Ermittlungen zu mutmaßlichen Sabotageakten liefen auf Hochtouren, auch in Richtung möglicher Zusammenhänge.
• dpa fragt, ob es einen Zusammenhang mit den Landtagswahlen gebe. Bowinkelmann bestätigt, dass im Kontext hybrider Bedrohungen die Erwartung steige, dass Angriffe vor Wahlen zunehmen könnten. Hille ergänzt, die Sicherheitsbehörden seien hochwachsam, die Mechanismen funktionierten – möglicherweise sei die Zahl vereitelter Anschläge ein Zeichen dafür.
• Tilo Jung fragt nach der Definition von "hybriden Angriffen". Hille erklärt, hybride Angriffe seien Angriffe, bei denen nicht eindeutig sei, dass ein Staat einen anderen angreift, sie umfassten auch Desinformation und Low-Level-Agenten. Er wolle keine Klassifizierung vornehmen.
• Miriam Pauli (RTL) fragt, wann die noch ausstehenden Verordnungen zum Kritis-Dach-Gesetz umgesetzt werden. Bowinkelmann antwortet, das BMI arbeite mit Hochdruck daran, die technischen Voraussetzungen für die Registrierung seien bereits vorhanden. Auf Nachfrage zur Videoüberwachung von Umspannwerken erklärt er, dies sei eine Detailfrage, die er nicht pauschal beantworten könne.
• Jan Merlin Henrich (ZDF) fragt nach konkreten Reaktionen auf die Anschläge auf Umspannwerke. Bowinkelmann verweist auf die laufenden Ermittlungen und den Austausch im gemeinsamen Abwärtszentrum Hybrid.
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt, wie die Bundesregierung der Verunsicherung der Bürger begegne. Hille betont, der Staat schütze die Bürger, aber absolute Sicherheit sei nie möglich. Die Arbeit der Sicherheitsbehörden sei die beste Beruhigung.
• Falk Steiner fragt, ob das Kritis-Dach-Gesetz geändert werden soll, um Meldefristen zu verkürzen. Bowinkelmann verneint, die technischen Voraussetzungen seien vorhanden. Auf die Frage, welche Meldepflichten für physische Vorfälle heute schon bestehen, kann Bowinkelmann keine vollständige Antwort geben. Der Vorschlag, eine Übersicht aller Meldepflichten nachzureichen, wird angenommen.
Falkland-Inseln
• dts fragt nach der Position der Bundesregierung zum Streit zwischen Argentinien und Großbritannien um die Falkland-Inseln. Herr Giese vom AA erklärt, es sei eine seit Langem umstrittene Frage, die völkerrechtlich nicht geklärt sei und zwischen den beiden Parteien geklärt werden müsse.
• Hans Jessen fragt, ob das bedeute, dass die Bundesregierung die Position von Argentinien zurückweist? Giese verweist auf seine vorherige Antwort und auf das Referendum.
• Falk Steiner fragt nach der korrekten deutschen Bezeichnung. Giese glaubt, dass es mit Schrägstrich geschrieben wird, will aber nachliefern.
Fragepraxis im Kanzleramt
• Philipp Eckstein (ARD-Hauptstadtstudio) fragt, warum bei der Vorstellung des neuen Staatsministers für Sport keine Fragen zugelassen wurden. Hille erklärt, es gebe immer wieder einschränkende Faktoren, meist Zeitmangel. Er betont, dass die Pressekonferenzen hier dreimal wöchentlich stattfänden und der Kanzler auf der Kabinettsklausur in Neuhardenberg ausgiebig Fragen beantwortet habe.
• Tilo Jung wirft ein, der Kanzler sei der mächtigste Mann im Land und müsse kritisch befragt werden können, und fragt nach den einschränkenden Faktoren. Hille weist den Vergleich mit autoritären Regimen entschieden zurück.
• dts fragt, ob das Bundespresseamt einverstanden wäre, wenn künftig Fragen an den Bundeskanzler einfach reingerufen werden, wie das in den USA auch üblich ist. Hille sagt, er sei Sprecher der Regierung und nicht Sprecher der Partei (weil in der Frage Bezug auf den Wahlkampf-Termin in Leuna genommen wurde, wo auch keine Fragen gestellt werden durften).
• Philipp Eckstein (ARD-Hauptstadtstudio) hakt nach: Der Kanzler habe sich nach der Veranstaltung noch minutenlang im Raum aufgehalten, Zeit sei also nicht der Grund gewesen. Hille wiederholt, es werde immer wieder Termine ohne Fragen geben, und bittet, diese Dinge nicht zu stilisieren.
• Tilo Jung schlägt vor, Fragen vorab einzureichen, damit die besten ausgewählt werden können. Hille lehnt ab.
Litauen-Brigade
• Philipp Eckstein (ARD-Hauptstadtstudio) fragt nach Berichten, dass zur Aufstellung der Litauen-Brigade auch Verpflichtungen von Soldaten nötig werden, etwa von Marineköchen. Die Sprecherin des Verteidigungsministeriums betont, die Brigade bestehe derzeit aus freiwilligen Kräften, der Besetzungsstand in Litauen liege bei 92 Prozent. Man halte am Grundsatz der Freiwilligkeit fest, aber Einsatzbereitschaft habe oberste Priorität, sodass Verpflichtungen nicht ausgeschlossen seien. Ob und in welchem Umfang, könne er heute nicht sagen. Auf Nachfrage erklärt die Sprecherin, dass Informationsreisen nach Litauen seit Mai durchgeführt werden, erst gestern sei die sechste Reise mit rund 80 Teilnehmern zu Ende gegangen.
UNRWA / Israel
• Tilo Jung fragt nach der Finanzierungslücke bei UNRWA und der dramatischen Lage für palästinensische Kinder. Herr Giese vom AA verweist auf die bisherige Unterstützung und erklärt, die Lücke hänge auch damit zusammen, dass Israel Steuermittel für die palästinensische Autonomiebehörde zurückhalte. Dies habe der Außenminister bei seinem letzten Besuch in Israel thematisiert. Auf die Frage nach einem KI-generierten Video des israelischen Sicherheitsministers Ben-Gvir, das palästinensische Gefangene in ein Schlachthaus führt, erklärt Giese, das Video sei gelöscht worden, aber es sei vollkommen inakzeptabel und abscheulich. Die Bundesregierung lehne Ben-Gvir und seine Politik ab.
VW-Krise / EU-Zölle gegen China
• Reuters fragt nach VW: Der Konzern habe gestern ein Sanierungskonzept beschlossen, fordere aber gleichzeitig EU-Importzölle auf chinesische Hybridautos, sonst seien die Einigungen hinfällig. Hille begrüßt die Einigung, die zeige, dass das Zusammenwirken von Sozialpartnern funktioniere. Zur Zollfrage zitiert er den Bundeskanzler: Man wolle keinen neuen Handelskonflikt mit China, aber einen offenen Dialog über Ungleichgewichte. Es gebe heute keine neuen Schritte zu verkünden.
• dpa fragt, was der Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen für den Wirtschaftsstandort bedeute. Hille betont, die Einigung sei eine gute Nachricht, weil sonst noch größere Probleme gedroht hätten – jeder verlorene Arbeitsplatz sei aber keine gute Nachricht. Auf die Frage nach strukturschwachen Regionen wie Emden oder Zwickau verweist Hille auf den großen Bogen der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Das Wirtschaftsministerium ergänzt, die Bundesregierung arbeite intensiv an der Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen, etwa mit dem Förderprogramm GRW und der Kohäsionspolitik.
• Tilo Jung fragt, wie Wettbewerbsfähigkeit mit der Unterstützung für Verbrennertechnologie und der Lockerung des Verbrennerverbots zusammempasse – das sei das Gegenteil von Transformation. Hille weist die Unterstellung zurück, das sei Teil des großen Bogens zur Erhaltung des Wirtschaftsstandorts.
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt nach der Sorge um das VW-Werk in Zwickau kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Hille weicht aus und betont, die Bundesregierung mache Politik für das gesamte Land, nicht für einzelne Standorte.
• Falk Steiner fragt, was die Bundesregierung konkret Gutes für Sachsen-Anhalt getan habe? Hille verweist auf die allgemeine Wirtschaftspolitik für ganz Deutschland.
|
✨ Satz des Tages: "Und deshalb können uns die Bürgerinnen und Bürger vertrauen." (Der stv. Regierungssprecher Steffen Meyer auf Fragen zu Beweisen für die Verantwortung Russlands beim Anschlag von Leipzig und nachdem er erklärt hat, dass die Regierung einen Amtseid geschworen hat). ⭐ Wichtigste Themen: Über die Hälfte der Zeit ging es um die Zuschreibung des Anschlags von Leipzig zu Russland; Außerdem: VW-Krise, Energieversorgung. ❗ Die RegPK startete um 12:59 Uhr und lief bis 14:22 Uhr und dauerte damit 83 Minuten. Es waren 25 Textjournalisten und 3 Kameraleute anwesend. |
Hybrider Angriff in Leipzig und Reaktion der Bundesregierung
- Reuters will wissen, warum der Bundeskanzler die Maßnahmen gegen Russland nicht selbst verkündet hat. Laut stellvertretendem Regierungssprecher Steffen Meyer hat der Kanzler den Prozess im Nationalen Sicherheitsrat gesteuert und die Richtung vorgegeben, weshalb es angemessen war, dass die zuständigen Minister Dobrindt und Wadephul die konkreten Maßnahmen verkündeten.
Warum nicht der Artikel 4 des NATO-Vertrags angerufen wurde? Meyer erklärt, dass man sich nach intensiven Beratungen für verhältnismäßige, aber klare Maßnahmen entschieden habe.
- Katrin Aue (ARD Hauptstadtstudio) möchte wissen, was konkret gegen die "Schattenflotte" unternommen wird. Antwort: Es wurden bereits Tanker sanktioniert und man will den Druck mit Partnern weiter erhöhen, ohne Details preiszugeben.
- Tilo Jung fragt nach, warum der Öffentlichkeit keine Beweise für die russische Verantwortlichkeit vorgelegt werden. Meyer betont, dass die Zuordnung in drei Dimensionen (Tatmuster, polizeiliche und nachrichtendienstliche Erkenntnisse) eindeutig sei und in jeder einzelnen Dimension ausgereicht hätte.
- Steffen Wurzel (Deutschlandradio) fragt nach der Zahl der betroffenen russischen Diplomaten, was der AA-Sprecher nicht beantworten kann.
- dpa möchte wissen, welche konsularischen Auswirkungen die Schließung für Russen in Deutschland und, im Falle einer russischen Reziprozität, für Deutsche in Russland habe. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärt, dass die konsularische Betreuung dann von der Botschaft in Berlin übernommen werden müsse, über russische Maßnahmen wolle er nicht spekulieren.
- Markus Peters (Weser-Kurier) fragt nach einer Änderung des Seerechts nach schwedischem Vorbild, was Meyer nicht konkret beantwortet, aber den Druck auf die Schattenflotte betont.
- Hans Jessen hakt erneut zur Beweislage nach. Meyer wiederholt seine Argumentation und erklärt, dass hybride Angriffe per Definition keinen sofort ersichtlichen Absender hätten und dass man gründlich gearbeitet habe.
- Felix Huesmann (RND) fragt nach den Details der Schließung des "Russischen Hauses". Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärt die komplizierte Vertragslage mit zwei Abkommen, die Kündigung des Betriebsabkommens und die Ausweisung des entsandten Personals.
- Thomas Vitzthum (Mediengruppe Bayern) fragt nach den Eigentumsverhältnissen der Immobilie (nun im Besitz des Bundes) und ob Putins Reaktion ein Zeichen von Stärke oder Schwäche sei. Der AA-Sprecher erläutert die rechtlichen Umstände, die ziemlich kompliziert sind. Das Grundstück gehört mittlerweile dem Bund, das Haus ist aber 2013 für 99 Jahre verpachtet worden. "Da prüfen wir weitere Kündigungsmöglichkeiten". Der Betrieb als Kultureinrichtung ist aber davon unabhängig gekündigt und die Mitarbeiter werden ausgewiesen. Putins Reaktion will Meyer nicht überbewerten, aber sieht Eskalation durch Russland als Zeichen von Schwäche.
- Jens Thomas Thurau (Deutsche Welle) fragt, ob man sich durch die täglichen hybriden Angriffe nun "etwas mehr im Krieg" befinde. Meyer verneint einen Kriegszustand, betont aber die neue Realität und die Notwendigkeit, die Sicherheit zu gewährleisten.
- Reuters fragt erneut zur Schattenflotte, insbesondere zu Gesprächen mit südeuropäischen EU-Partnern, um die Aushöhlung von Sanktionen zu verhindern. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigt solche Gespräche.
Frage nach der russischen Brennstäbefabrik in Lingen und dem Widerspruch zu den Sanktionen. Ein Sprecher des Innenministeriums ordnet dies aus nuklearer Sicherheitsperspektive ein, die Genehmigung sei auf einer Sicherheitslagebewertung erfolgt.
- Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt nach verschärften Einreisekontrollen für russische Staatsbürger. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erläutert die Absenkung der C-Visa und den "Nachbesserungsbedarf" bei der Umsetzung in der EU.
- Claudia Kornmeier (ARD) hat Verständnisfrage zum Generalkonsulat. Die wird dahingehend beantwortet, dass die Schließung des Konsulats und die Ausweisung aller dort gemeldeten Personen zwei rechtlich unterschiedliche, aber in der Konsequenz zusammenfallende Schritte sind.
- dts fragt, ob die Bundesregierung erwartet, dass die Maßnahmen Russland von weiteren Angriffen abhalten. Meyer will darüber "nicht spekulieren", aber die Tür für Frieden offen stehe.
- Katrin Aue (ARD) fragt nochmals nach der Anzahl der deutschen Diplomaten in Russland, die von Ausweisungen betroffen sein könnten, bekommt aber keine Antwort.
- Tilo Jung drängt auf mehr Transparenz bezüglich der Beweise, Meyer weist dies erneut zurück und betont die Ernsthaftigkeit des Vorgangs.
- dpa fragt nach der Ausreisefrist für die russischen Diplomaten: Das AA geht dafür "unter 3". Danach Nachfrage nach der verbalen Reaktion aus Russland. Meyer spricht von erwarteter Eskalationssprache, " unsere Sprache ist das nicht".
- epd fragt nach den Auswirkungen der Entscheidung auf das Goethe-Institut in Moskau. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigt die Verknüpfung der Kulturinstitutsabkommen und hält Auswirkungen, bis hin zur Schließung, für naheliegend.
- Bloomberg fragt das BMI zu zwei weiteren Vorfällen im Energieversorgungssystem, wird aber auf laufende Ermittlungen verwiesen.
- Hans Jessen fragt erneut nach der Offenlegung der Beweismuster gegenüber dem Parlament, was Meyer mit dem Hinweis auf zuständige Gremien und die drei Dimensionen beantwortet.
- Thomas Vitzthum (Mediengruppe Bayern) fragt, ob die Ermittlungen neue Muster russischer hybrider Angriffe erkennen lassen, was verneint wird.
- dts fragt, ob die Regierung erwartet, dass die Bevölkerung der Regierung in dieser Sache einfach vertrauen solle. Meyer: aufgrund des Amtseides und des Einsatzes für die nationale Sicherheit setze man auf das Vertrauen der Bürger.
- Felix Huesmann (RND) fragt zu möglichen sofortigen russischen Gegenmaßnahmen gegen das Goethe-Institut, über die ein Sprecher des Auswärtigen Amtes nicht spekulieren möchte.
- Reuters stellt abschließend die Frage, ob die Anschläge auf die Energieversorgung womöglich im Zusammenhang mit den Landtagswahlen stehen, was Meyer mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht beantworten möchte.
Damit sind immerhin 45 Minuten um.
Nun erst die Themen der Kabinettssitzung (Steuerreform, Startchancen-Gesetz, Offshore-Wind)
Meyer erklärt: Beschlossen wurde das Einkommensteuerreformgesetz 2027, es sieht Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener sowie Familien vor, unter anderem durch Anhebung des Grundfreibetrags, des Kindergelds und des Arbeitnehmerpauschbetrags. Zur Gegenfinanzierung werden höhere Steuersätze für Spitzenverdiener (Reichensteuersatz ab 250.000 Euro, 47% ab 280.000 Euro) eingeführt und Steuersubventionen wie die für Handwerksleistungen gekürzt. Das Entlastungsvolumen beträgt 10 Milliarden Euro.
Zweitens: Das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz für Kitas führt bundesweite Qualitätsstandards ein und sieht unter anderem eine verpflichtende Sprachstandsfeststellung mit vier Jahren vor. Der Bund unterstützt die Länder mit 9,25 Milliarden Euro.
Drittens: Ein Gesetz zur Optimierung des Offshore-Windenergieausbaus soll den Ausbau kosteneffizienter gestalten.
- dts fragt, warum Wirtschaftsministerin Reiche dem Steuerreformgesetz trotz scharfer Vorkritik zugestimmt hat. Eine Sprecherin des Finanzministeriums antwortet, dass sie zu den Koalitionsvereinbarungen stehe und das Schreiben nur eine grundsätzliche Positionierung sei.
- Reuters fragt nach dem Umgangsstil in der Regierung, da sich immer mehr Minister von Kabinettsbeschlüssen distanzieren würden. Meyer entgegnet, dass Diskussionen normal seien und entscheidend sei, dass man am Ende einstimmige Beschlüsse fasse, hinter denen die gesamte Regierung stehe.
- Tilo Jung fragt, ob die Kritik des Wirtschaftsministeriums nun belanglos sei, weil einstimmig beschlossen wurde. Meyer betont die Einigkeit und dass es unterschiedliche Meinungen in einer Koalition gebe.
Zu den anderen Gesetzen (Startchancen, Windenergie) und zum Weimarer Dreieck gibt es keine Wortmeldungen.
Wirtschaft (VW-Krise)
- Katrin Aue (ARD Hauptstadtstudio) fragt nach möglichen Werksschließungen bei VW und geplanten Maßnahmen der Bundesregierung. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums kommentiert unternehmensinterne Vorgänge nicht, betont aber den Austausch mit der Branche und bestehende Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen.
- Reuters fragt, ob die Arbeitsministerin eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche als Sanierungsbeitrag bei VW befürworten würde. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums verweist auf die Zuständigkeit der Sozialpartner. Meyer ergänzt, dass der Kanzler sich nicht in interne Beratungen einmischen werde, aber generell eine Erhöhung des Arbeitsvolumens für wichtig halte.
- Tilo Jung fragt, ob es für den Kanzler nachvollziehbar sei, dass VW trotz Milliardengewinnen kürzen wolle. Der Sprecher des Arbeitsministeriums verweist auf die fehlende Kenntnis von Geschäftsentscheidungen, betont aber die Wichtigkeit von Arbeitsplatzsicherheit. Es wird ausgeführt, dass man gemeinsame Lösungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern erwarte.
Energie (Gasspeicher-Füllstände)
- Ein Journalist fragt, wie das Wirtschaftsministerium mit den niedrigen Gasspeicherfüllständen umgeht. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums erklärt, dass eine Gasmangellage im Winter nicht zu erwarten sei, die Lage aber angespannter sei als im Vorjahr. Man beobachte die Entwicklung genau. Auf die Frage nach Plänen zum Gaskauf antwortet er, dass der Markt Gas zur Verfügung stelle und die Marktakteure für die Befüllung der Speicher verantwortlich seien.
- dpa fragt, ob ein Medienbericht zutreffe, wonach der Digitalminister in einer Klausur Bedenken geäußert habe und der Kanzler diese teile. Das Digitalministerium kommentiert keine internen Beratungen und verweist auf die Aussage des Wirtschaftsministeriums.
- Reuters fragt, ob der Digitalminister besorgt sei, was ein Sprecher des Digitalministeriums mit Verweis auf interne Beratungen nicht beantwortet.
- dpa fragt, ob der Kanzler die Lage entspannt sehe. Meyer betont die Wichtigkeit des Themas, weist die Kategorie "entspannt" aber zurück und sagt, dass es derzeit keinen Grund zur Sorge gebe.
- Tilo Jung fragt, wer die Verantwortung übernehmen würde, falls es doch zu Versorgungsengpässen käme. Darauf antwortet die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums, dass das Ministerium die Lage beobachte und Handlungsoptionen prüfe.
Reparationsforderungen aus Polen
- Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt nach der Reaktion der Bundesregierung auf die erneute Forderung des polnischen Präsidenten nach Reparationszahlungen. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes antwortet, dass diese Frage aus Sicht der Bundesregierung juristisch abgeschlossen sei. Auf die ergänzende Frage, ob eine Verknüpfung mit der polnischen Rüstungsfinanzierung ein Modell sei, wird dies als sachfremd zurückgewiesen.
Kanzlerkommunikation
- Fátima Lacerda fragt, worin der Mehrwert von Kanzlerterminen in Ostdeutschland bestehe, wenn er dort feindselig empfangen werde und nicht mit den Leuten spreche. Meyer weist den Vorwurf zurück, der Kanzler suche durch diverse Formate sehr wohl den Dialog.
Wohnungsbau
- Fátima Lacerda fragt nach der Kritik des Mieterbundes am stockenden Wohnungsbau und dem Widerspruch zur geplanten Wohnungsbaugesellschaft. Ein Sprecher des Bauministeriums verweist auf positive Entwicklungen bei Baugenehmigungen und Aufträgen, die Wirkung der Maßnahmen wie dem "Bauturbo" und erklärt, dass die neue Gesellschaft im Herbst konkretisiert werde.
Entwicklungspolitik (Frühwarnsystem in Nepal)
- Reuters fragt zu einem FAZ-Bericht, wonach die Bundesregierung 2022 die Finanzierung eines Frühwarnsystems vor Sturzfluten in Nepal abgelehnt habe. Eine Sprecherin stellt klar, dass es keinen formellen Antrag, sondern nur eine Skizze gegeben habe, die zurückgezogen wurde. Nepal habe Anträge beim "Loss and Damage"-Fonds der Weltbank gestellt habe, die sich in der Prüfung befänden. Eine schnelle Notfallreaktion sei in der Pilotphase des Fonds nicht vorgesehen. Ein anderer Sprecher des Auswärtigen Amtes verweist auf die nicht vorhandene Zuständigkeit für permanente Frühwarnsysteme, kündigt aber direkte humanitäre Hilfe (Planen, Wasserfilter) für Nepal an.
|
⭐ Satz des Tages: "Ich kann nicht ausschließen, dass er beim Zahnarzt war." (Regierungssprecher Stefan Kornelius über Gesundheitsbehandlungen des Kanzlers in den letzten 2 Monaten.) ✨ Wichtigste Themen heute: Reaktion auf Leipzig-Anschlag, Verhalten des Bundeskanzlers in diversen Talkrunden, Taliban in Deutschland. ❗ Die RegPK begann um 11:30 Uhr und dauerte bis 12:40 Uhr, also 70 Minuten. Es waren 24 Textjournalisten und 3 Kameraleute anwesend. |
|
✨ Satz des Tages: "In den USA wird Fußball Soccer genannt, deswegen wird es nicht in anderen Ländern auch Soccer genannt." ⭐ Wichtigste Themen: Nepal, Wohnungspolitik, Internationale Beziehungen (u.a. USA, Pakistan, Israel) ❗Die RegPK begann mit Verspätung (weil der RegSprecher im Stau stand) um 11:32 Uhr und dauerte bis 12:24 Uhr, also 52 Minuten. Es waren 21 Textjournalisten und 3 Kameraleute anwesend. |
|
✨ Satz des Tages: "Ich weiß es schon. Aber Sie wissen es noch nicht." (Regierungssprecher Stefan Kornelius auf dts-Frage, ob tatsächlich noch nicht feststeht, wer zu den "gleichgesinnten Staats- und Regierungschefs der EU" gehört, die am Donnerstag am Mittagessen im Kanzleramt teilnehmen, oder ob er es nur gerade nicht parat hat. ⭐ Wichtigste Themen heute: Gasspeicher-Füllstände und Versorgungssicherheit, MFR-Treffen der "gleichgesinnten EU-Staaten", Ukraine-Unterstützung und Kabinettsklausur in Neuhardenberg. ❗ Die RegPK begann um 11:31 Uhr und dauerte bis 12:36 Uhr, also 65 Minuten. Es waren 28 Textjournalisten und 5 Kameraleute anwesend. Das AA kam zu spät, erstmals dabei als BMI-Sprecherin: die frühere WELT-Moderatorin Christina Lewinsky. |
|
✨ Satz des Tages: "Wenn man nie wirklich weg ist, kann man auch nicht 'wieder da' sein." (Stellvertretender Regierungssprecher Sebastian Hille zur Frage, wann der Urlaub des Bundeskanzlers endet). ⭐ Wichtigste Themen: Israel & Nahost-Politik, Abwesenheit und Arbeitsweise des Bundeskanzlers, Klima & Hitze ❗ Die RegPK begann heute mit einer Minute Verspätung um 11:31 Uhr und dauerte bis 12:44 Uhr, also 73 Minuten. Es waren 27 Textjournalisten und 3 Kameraleute anwesend, sowie eine Besuchergruppe aus Brüssel. |
Israelische Siedlungspolitik (E1-Projekt)
Ein
Sprecher des Auswärtigen Amts verliest eine Erklärung, in der die
Ausschreibung für über 1.000 Wohneinheiten im E1-Gebiet verurteilt wird.
Der Siedlungsbau verstoße gegen Völkerrecht und gefährde die
Zwei-Staaten-Lösung, da er das Westjordanland faktisch teilen würde. Die
Bundesregierung rufe Israel auf, die Planungen zu stoppen.
• Daniel Brössler (SZ) fragt, ob der Kanzler EU-Sanktionen gegen den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir befürworte. Hille trägt eine vorbereitete Antwort vor und verurteilt die Aussagen Ben-Gvirs scharf. Der letzte Europäische Rat habe eine Richtungsentscheidung für gezielte Maßnahmen getroffen; die Außenminister werden das behandeln. Der Bundeskanzler teile seine Kritik an den jüngsten Schritten Israels immer wieder mit Premier Netanjahu.
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt nach Sanktionsmöglichkeiten, die unionsintern diskutiert werden, und will wissen, wie der Kanzler dazu steht. Hille will nicht antworten, meint aber, Position des Kanzlers sei klar.
• Thomas Nehls fragt nach Details wie Telefonaten nach Jerusalem. Auch dazu gibt es inhaltliche keine Antwort.
• Erbil Basay (Anadolu) fragt nochmal konkret nach Sanktionen. Hille: Es gab beim letzten EU-Rat schon mal Vorschläge, dazu sei es zwar nicht gekommen, aber man sehe die Tendenz. Die Außenminister werden darüber beraten. Hille bestreitet, dass Deutschland in Brüssel die Sanktionen verhindert habe.
• Paul-Anton Krüger (Spiegel), versucht es nochmal, will wissen, ob Merz und Netanjahu in den letzten Tagen miteinander gesprochen haben. Hille geht nicht genau drauf ein, sondern meint, der Kanzler habe seine Haltung öfter klar gemacht. Steffen Wurzel (Deutschlandradio) fragt nochmal nach, bekommt aber auch keine Antwort und will "nicht in die Details" gehen.
• Reuters fragt, ob die Bundesregierung die E1-Ausschreibung nicht als Affront ansieht, da der Kanzler sich ja persönlich dagegen eingesetzt habe? Hille: "Ich werde da nicht in Qualifizierungen einsteigen".
• Fátima Lacerda fragt, was die "Alternativen" sind, wenn die israelische Regierung nicht auf den Appell der Bundesregierung reagiert. Hille: Die Bundesregierung glaubt weiter daran, dass das Vorgehen "Dinge bewirkt" in Israel.
US-Sanktionen gegen Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs
Der
Sprecher des Auswärtigen Amts erklärt, dass die Bundesregierung hinter
dem Internationalen Strafgerichtshof und seiner Präsidentin Tomoko Akane
stehe. Der Gerichtshof habe schlimmste Verbrechen aufgeklärt. Zwar sei Kritik
an Unzulänglichkeiten erlaubt, aber dies sei kein Anlass, die
Einrichtung grundsätzlich in Frage zu stellen. Es sei zentral, den IStGH als unabhängige Einrichtung zu schützen.
Diplomatische Beziehungen zu Afghanistan
• Mohammad-Haitham Aiash
fragt, warum die Bundesregierung nicht mit den Taliban verhhandelt. Der Sprecher des Auswärtigen Amts
stellt klar, dass es diplomatische Beziehungen zum Staat
Afghanistan gebe, die nie beendet wurden, man die Taliban aber nicht
als legitime Regierung anerkenne. Daher gebe es Gespräche auf
technischer Ebene, um insbesondere Abschiebungen zu ermöglichen.
Russische Repression gegen Journalisten und deutsche Staatsbürger
• Eckart Lohse (FAZ) fragt nach dem Fall seines FAZ-Kollegen Michael Martens, dem
in Russland ein Strafverfahren droht. Der Sprecher des Auswärtigen Amts
(Giese) sagt, man beobachte die Entwicklung aufmerksam, stehe mit Herrn
Martens in Kontakt und weise das repressive Vorgehen Russlands
entschieden zurück. Konkrete diplomatische Schritte wolle er nicht
nennen.
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt nach einem festgenommenen Deutschen in St. Petersburg. Giese bestätigt, dass der Fall bekannt sei und man konsularische Unterstützung leiste, sich aber zu Einzelfällen nicht äußere. Er sehe einen klaren Trend zunehmender Repression in Russland.
• Dieter Blinski (RTL) fragt nach "Wegwerfagenten". Ein Sprecher des BMI bestätigt, dass man das Phänomen beobachte und Sicherheitsbehörden wachsam seien, äußert sich aber nicht zu Einzelfällen.
Hitzeschutz im Mietrecht
• Ellen Hasenkamp (NBR) und Uwe Berndt (ARD) fragen nach den Plänen der Justizministerin. Ein Sprecher des
Justizministeriums erläutert, dass man prüfe, wie der Hitzeschutz besser
im Mietrecht verankert werden könne, da Mieter für eigene Maßnahmen
(z.B. Sonnenschutz) bisher eine Vermieter-Genehmigung brauchen. Einen
konkreten Zeitplan gebe es noch nicht, es sei ein erster Anstoß.
Dürre als Schadensereignis nationalen Ausmaßes
• dts fragt, ob das Landwirtschaftsministerium die Dürre als Ereignis
von nationalem Ausmaß einstufen würde. Eine Sprecherin des Ministeriums
erklärt, man warte die amtlichen Daten Ende August ab, um das
Schadensausmaß zu beziffern. Bei einer Einstufung als nationales
Ereignis könnte der Bund eingreifen und wirtschaftliche Auswirkungen
abfedern.
• Katharina Thoms (Deutschlandradio) fragt, was die Konsequenz wäre, wenn eine solche Einstufung erfolge. Antwort: Der Bund könne dann besser eingreifen, sonst sei es Ländersache.
Einsatz der Bundeswehr-Schiffe im Mittelmeer
• Ellen Hasenkamp (NBR) fragt nach der Situation der drei Schiffe im Mittelmeer. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums bestätigt, dass zwei Boote in
taktische Übungen eingebunden seien, um im Fall der Fälle präsent zu
sein. Zum Zeitrahmen oder Personalwechseln könne sie nichts Konkretes
mitteilen.
Füllstand der Gasspeicher
• Uwe Berndt (ARD) fragt, welchen Füllstand die Speicher bis November erreichen
müssen. Das BMWK verweist auf die Füllstandsverordnung,
betont aber, dass die Situation sich durch mehr LNG-Terminals geändert
habe. Wichtig sei die Wintervorsorge; man beobachte die Lage genau und
fordere die Händler zum Einspeichern auf.
• dpa fragt nach, ob die Versorgung gesichert sei. Das Ministerium bekräftigt, dass die Füllstände mit 50 Prozent "sehr gering" seien, man aber auf weiteres Einspeichern setze. Auf die Frage nach der Abhängigkeit von US-LNG sagt sie, fast die Hälfte des Bedarfs komme aus Norwegen, zudem bekomme man Gas aus Frankreich, Belgien und diversifiziertem LNG.
Zusammenlegung von Sozialleistungen
• Dieter Blinski (RTL) fragt nach der Haltung des BMAS zu einer Studie, die eine
Zusammenlegung von Sozialleistungen fordert. Eine Sprecherin des
Ministeriums verweist auf die eigene Sozialstaatskommission und die
geplante Zusammenlegung von Grundsicherung, Wohngeld, Kinderzuschlag und
Sozialhilfe. Ein Konzept werde im Herbst vorgelegt.
Migrationsabkommen mit Italien (Dublin)
• Uwe Berndt (ARD) fragt nach Berichten, dass Italien die Rücknahme von
Asylsuchenden verweigere. Ein Sprecher des BMI bestätigt, dass man in
Abstimmung sei, aber keine einzelnen Maßnahmen kommentiere.
• Rosanna Pugliese (ANSA) fragt nach einem persönlichen Austausch der Minister; der Sprecher antwortet, es gebe regelmäßigen Austausch, aber keinen konkreten Termin. Auf weitere Nachfragen zu ausgesetzten Überstellungen wiederholt er, dass man Einzelfälle nicht kommentiere.
Owen Ansah und Sportzuständigkeit
• dts fragt, ob die Bundesregierung das Vorgehen der NADA für
verhältnismäßig halte. Sebastian Hille verweist auf die Autonomie des
Sports und die bestehenden Rechtsverfahren. Auf die Frage, wer sich
jetzt um Sport kümmere, erklärt er, dass die bestehende Abteilung im
Kanzleramt die Themen weiterhin betreue.
Strategie gegen die AfD
• Fátima Lacerda fragt, was der Kanzler mit "alles" meine, um eine AfD-Mehrheit
zu verhindern, und warum er nicht bei Wahlkampfveranstaltungen sei.
Hille antwortet, man versuche durch bestmögliche Politik die Menschen zu
überzeugen.
• Reuters fragt zum Vorschlag aus Baden-Württemberg, Finanzzuweisungen an ein Bundesland mit AfD-Regierung zu kürzen, das BMF. Der Sprecher will das nicht kommentieren, macht aber allgemeine Ausführungen zum Finanzausgleichsgesetz.
Vorbereitung auf wirtschaftliche Krisenszenarien
• Uwe Berndt (ARD) fragt nach der Vorbereitung auf eine schwere
Weltwirtschaftskrise. Sebastian Hille antwortet, dass die
Bundesregierung solche Themen in verschiedenen Formaten
(Kabinettsklausur, Nationaler Sicherheitsrat) begleite. Konkrete
Maßnahmen könne er nicht ankündigen; Politik reagiere auf entstehende
Herausforderungen.
China
• Reuters fragt nach der Sorge, dass Deutschland abgehängt werde. Das BMWK verweist auf Sommerbesuche der Ministerin bei einem
weltweit führenden Unternehmen für Roboterteile und sieht Chancen. Ein Sprecher des Forschungsministeriums ergänzt, dass Robotik Teil der
Hightech-Agenda sei und an einer Technologie-Roadmap gearbeitet werde.
Auf Nachfrage, wo Deutschland im Vergleich zu China stehe, können die
Sprecher keine wissenschaftlich fundierte Einschätzung geben, verweisen
aber auf vielversprechende Start-ups.
Festnahme im Nord-Stream-Fall
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt nach der Festnahme eines zweiten Verdächtigen in
Kroatien. Ein Sprecher des Justizministeriums verweist auf die
Pressestelle des Generalbundesanwalts und äußert, dass man sich über
Fortschritte bei den Ermittlungen freue, um die Aufklärung
voranzubringen.
|
✨ Satz des Tages: "Da bin ich natürlich auch ein bisschen enttäuscht, dass sozusagen die Gesamtbotschaft dessen, was ich jetzt hier seit 25 Minuten versuche zu erläutern, offensichtlich nicht rübergekommen ist." (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille zur wiederholten Frage, wie der Kanzler zur Klimakrise steht) ⭐ Mit Abstand wichtigstes Thema: Klimawandel/Hitze/Waldbrände/Grundgesetzänderung (etwa 12 Fragen und längste Diskussion mit über 30 Minuten Dauer), danach Migration/Italien und Sanktionen gegen Russland. ❗ Die RegPK dauerte heute von 11:30 bis 12:33 Uhr und damit 63 Minuten, es waren 24 Textjournalisten und 2 Kameraleute anwesend. |
• Fabian Busch (Web.de/GMX) will wissen, ob aus Sicht der Bundesregierung bei den Waldbränden ein Zusammenhang mit dem Klimawandel besteht. Herr Hille antwortet, dass sich klimatische Bedingungen verändert haben, was Waldbrände, Trockenheit und Wasserstände betrifft, und dass es keine einfachen Lösungen gebe. Ein Sprecher des Umweltministeriums ergänzt, dass die Wahrscheinlichkeit brennbarer Wälder mit dem Klimawandel steigt und verweist auf die Wiedervernässung von Mooren als Schutzmaßnahme. Warum sich der Bundeskanzler trotz Urlaubs zu vielen Themen, aber nicht explizit zu Hitze und Klimawandel geäußert habe? Herr Hille erklärt, dass es sich um ein dauerhaftes Megathema handele, bei dem man nicht mit einer punktuellen Äußerung reagieren könne.
• Reuters fragt das Finanzministerium, ob Finanzminister Klingbeil eine Grundgesetzänderung für Klimaanpassung unterstütze. Ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigt dies und erläutert, dass es um bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen gehe, etwa bei Hitzeschutzmaßnahmen für Senioren und Kinder, baulichen Maßnahmen und natürlichen Wasserrückhaltungen, wobei die Finanzierung aus dem Sondervermögen für Infrastruktur- und Klimaneutralität erfolgen könne.
• Charlott Hallier (RTL) fragt inwieweit Hitzeschutz in der täglichen Arbeit verankert werden könnte. BMG: "Wir unterstützen die Länder und Kommunen, damit die Menschen besser vor den Folgen von Hitze geschützt werden können". Man habe sich schon öfter dazu geäußert. Das Bauministerium ergänzt, dass die Novelle des Baugesetzbuches den Kommunen mehr Handlungsspielräume für Verschattungen, Grün- und Wasserflächen schaffe, und verweist auf die Hitzeschutzstrategie, die Städtebauförderung sowie das 80-Millionen-Programm zur Klimaanpassung in urbanen Räumen.
• Steffen Wurzel (Deutschlandradio) fragt, ob es nicht ausgeschlossen sei, dass das Grundgesetz geändert werde. Hille meint, das sei eine spekulative Frage.
• Ilanit Spinner (ARD) fragt, wann sich der Kanzler zu Wort meldet. Hille: Der Kanzler begleite das Thema schon lange: "Das ist kein Thema, das man mit einer Äußerung bearbeiten könnte".
• dpa fragt nach der konkreten Haltung des Kanzlers und ob Klimaanpassung oder Klimaschutz Priorität Nummer eins sei. Herr Hille zitiert den Kanzler mit der Aussage, man müsse alles tun, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, und dass dies am besten durch Technologieentwicklung gelinge.
• Felicitas Boeselager (Deutschlandradio) will explizit vom Wirtschaftsministerium wissen, wie die Ministerin zu einer Grundgesetzänderung steht. Die Sprecherin verweist auf Gespräche innerhalb der Koalition.
• Reuters fragt nach wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers. Antwort: Bundesregierung beobachtet die Lage und geht davon aus, dass die negativen Effekte besser abgefedert werden können als in der Vergangenheit, weil sich Unternehmen darauf eingestellt haben.
• dts fragt das Verteidigungsministerium, ob neben den zwei Bundeswehr-Hubschraubern weitere Hilfsmaßnahmen bei den Waldbränden geplant seien. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärt, dass in NRW zwei NH90- und zwei CH53-Hubschrauber sowie vier Bergepanzer mit etwa 20 Personen im Einsatz waren ; die Hubschrauber wurden am Wochenende eingestellt, die Bergepanzer bleiben für Schneisenarbeiten. Für den Waldbrand in Belgien seien seit 11 Uhr zwei NH90-Hubschrauber mit Löschbehältern im Einsatz, abgestimmt mit dem EU-Mechanismus und belgischen Behörden. Frau Kock vom Innenministerium ergänzt, dass das THW mit 350 Einsatzkräften aus vier Landesverbänden vor Ort sei und die Bundespolizei mit bis zu zwei Hubschraubern und zwei Wasserwerfern unterstützt habe. Der Verteidigungsministeriumssprecher betont, dass Waldbrandbekämpfung nicht originäre Aufgabe der Streitkräfte sei – diese sei für externe Sicherheit und Verteidigung zuständig –, aber man stelle subsidiär Kapazitäten bereit, wenn örtliche Stellen an ihre Grenzen kämen.
• Barbara Gruden (RAI) fragt das Innenministerium, wie die Bundesregierung auf die Ankündigung der italienischen Regierung reagiere, keine Verantwortung für eine aus Somalia stammende und zwei weitere Personen zu übernehmen, die Deutschland angeblich nach Italien abschieben möchte; Rom behaupte, Fälle vor dem 12. Juni seien erledigt. Gruden klagt, dass mehrere Anfragen zu Stellungnahmen nicht beantwortet wurden. Frau Kock (BMI) antwortet, dass Deutschland und Italien in Migrationsfragen "eng und vertrauensvoll" zusammenarbeiteten und die Abstimmungen zur Umsetzung des gemeinsamen europäischen Asylsystems in offenem, partnerschaftlichem Austausch erfolgten. Frau Grunen fragt nach Einzelfällen und dem Ausgleich für Migranten von deutschen Schiffen nach Italien. Frau Kock verweigert die Äußerung zu Einzelfällen.
• Reuters fragt, ob man die Zusammenarbeit mit Zahlen untermauern könne, da es seit Jahren Klagen gebe, dass Italien Flüchtlinge nicht zurücknehme; er spricht von fünfstelligen Zahlen. Frau Kock sagt, sie müsse Zahlen nachreichen.
• Rosanna Pugliese (ANSA) will wissen, wann es eine Antwort zur Situation der vor dem 12. Juni angekommenen Asylanten gebe. Es sei bereits versprochen worden, dass eine Antwort nachgeliefert werde, aber das sei nicht passiert. Frau Kock wiederholt, dass die Abstimmungen mit Italien laufen.
• Maximilian Ulrich (ARD) fragt zu den heute bekannt gewordenen Zahlen zur freiwilligen Rückkehr, wie das BMI diese bewertet und ob die Zahlungen erhöht werden sollen. Frau Kock erklärt, dass Rückführungen Sache der Länder seien, die auch die Höhe der Zahlungen festlegten; im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 habe es keine großen Unterschiede gegeben, die geförderten Ausreisen seien gesteigert worden. Auf Nachfrage, ob das gut sei, antwortet sie, dass es gut sei, den Stand halten zu können.
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt das Verteidigungsministerium, warum seit dem 11. August eine Maschine der Flugbereitschaft vom Typ Bombardier Global 5000 auf den Seychellen stehe. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärt, dass die Maschine in einem sogenannten Afrika-Training geflogen sei, um Personal auf die besonderen Flugverfahren, Funktechnik, klimatischen Bedingungen und die intertropische Konvergenzzone in Afrika vorzubereiten; dabei habe sie einen technischen Defekt an der Hydraulikanlage erlitten und sei nach Standardverfahren auf dem nächstmöglichen Flugplatz gelandet. Ersatzteile seien mit einem französischen A400M aus Réunion eingeflogen worden, die Instandsetzung werde voraussichtlich morgen abgeschlossen; an Bord sei keine Politiker oder Gast, sondern nur die Crew gewesen. Auf Nachfrage, wie regelmäßig solche Trainingsflüge stattfänden, antwortet der Sprecher, dass etwa einmal pro Halbjahr solche Flüge durchgeführt würden, da man diese speziellen Verfahren nicht am Simulator trainieren könne.
• Reuters fragt Frau Deschauer vom Auswärtigen Amt, ob die Bundesregierung ein 22. Sanktionspaket gegen Russland unterstütze, nachdem die EU-Außenbeauftragte ein besonders umfangreiches Paket angekündigt habe. Frau Deschauer antwortet, dass die Erhöhung des Sanktionsdrucks die Haltung der Bundesregierung sei; Details würden im Brüsseler Rahmen verhandelt. Nachfrage nach dem neuen Volumen. Frau Deschauer verweist auf Brüssel.
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt, warum das Auswärtige Amt eine IFG-Anfrage des Anwalts des EU-sanktionierten Journalisten Hüseyin Dogru mit Verweis auf NATO-Partnerstaaten abgelehnt habe. Frau Deschauer sagt, sie kenne die Antwort nicht.
• Christina Gerhäusser (Deutsche Welle) fragt, wie die Bundesregierung die Drohungen des russischen Außenministers einordne, der gesagt habe, alles zu zerstören, was Kiews Kriegsmaschine speise. Herr Hille ordnet die Drohungen als nicht neu ein; man lasse sich nicht einschüchtern und auch nicht in der Ukraine-Unterstützung. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums ergänzt, dass Vorkehrungen zur Liefersicherheit ständig stattfinden, man aber aus militärischer Sicherheit keine Details zu Einzellieferungen, Zeitplänen, Margen und Mengen nenne, um keine Befindlichkeiten zu wecken.
• Steffen Wurzel (Deutschlandradio) fragt Herrn Müller vom Verteidigungsministerium und Frau Deschauer, wie die Äußerungen des US-Präsidenten, das sicherheitspolitische Engagement in Südkorea herunterzufahren, deutsche Sicherheitsinteressen beeinträchtigten. Herr Müller kommentiert die Aussagen nicht, betont aber die enge Kooperation mit Südkorea beim United Nations Command, bei Übungskooperationen und Indo-Pazifik-Deployments.
• Reuters fragt, ob das Vertrauen in die Zusammenarbeit mit der US-Administration erschüttert sei, wenn immer wieder solche Drohungen kämen. Herr Hille verweist darauf, dass der südkoreanische Präsident die Aussagen nicht als bedrohlich empfunden habe, sondern eine politische Perspektive für Gespräche zwischen Nord- und Südkorea sehe. Herr Müller ergänzt, dass die Beziehungen zu den USA grundfest und tief seien, was sich in politischer und sicherheitspolitischer Zusammenarbeit äußere.
• Florian Warweg (Ostdeutsche Allgemeine) fragt, wie der Kanzler die Großspenden der NGO Campact in Höhe von je 310.000 Euro an SPD und Grüne für den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt bewerte, zumal die von Campact gegründete NGO HateAid Bundesmittel vom Familien- und SPD-geführten Justizministerium in Höhe von über einer Million Euro erhalten habe. Herr Hille verweist darauf, dass er als Sprecher der Bundesregierung und nicht als Sprecher einer Partei spreche; es gebe klare Regeln für Parteispenden, die Überprüfung liege bei der Bundestagsverwaltung und der Bundestagspräsidentin. Warweg fragt an die angesprochenen Ministerien, wie man die Finanzierung von HateAid rechtfertige. Einr Sprecherin des Familienministeriums erklärt, der Regierungssprecher habe alles gesagt. Eine Sprecherin des Justizministeriums ergänzt, dass HateAid sich gegen Hass im Netz und für den Schutz der Persönlichkeitsrechte einsetze – ein Anliegen, das auch das BMJV teile.
• Reuters fragt, ob die Bundesregierung bereit sei, die verbliebenen 12,7 Prozent an der Commerzbank zu veräußern. Herr Hille will "Spekulationen" nicht kommentieren und sagt, es sei dran, dass die Vorstände der Banken miteinander sprechen; alles andere werde nicht kommentiert.
• Eine Journalistin fragt das Innenministerium, was sich das Ministerium von der morgigen Eröffnung des Zentrums für Drohnensicherheit in Sachsen-Anhalt verspreche. Frau Kock erklärt, dass es sich um eine Forschungseinrichtung handele, die bestehende Maßnahmen ergänze; man brauche Forschung und Entwicklung und Beobachtung neuer Technologien. Eine Sprecherin des Luftfahrtministeriums ergänzt, dass der Standort Cochstedt bereits heute bedeutend für Drohnentechnologie sei; das DLR betreibe dort seit 2019 das Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme und seit 2020 das Kompetenzzentrum, das der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft diene.
• Reuters fragt das Wirtschaftsministerium, wie groß die Sorge sei, dass durch relativ geringe Füllstände Betreiber von Gasspeichern teures Gas einkaufen müssten, was im Winter zu hohen Verbraucherpreisen führe. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums betont, die Gasversorgung sei stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet; die niedrigeren Füllstände lägen daran, dass man aus dem Winter mit leeren Speichern gekommen sei, zudem hätten LNG-Terminals Flexibilisierungsoptionen geschaffen; 74 Prozent der Speicherkapazitäten seien gebucht, einige zu 100 Prozent; über die Preisgestaltung äußere man sich nicht spekulativ.
• Tobias Heimbach (NBR) fragt nach, ob die LNG-Importkapazitäten im Winter ausreichten. Der Sprecher antwortet, man habe Flexibilisierungsoptionen geschaffen, äußere sich aber nicht spekulativ zu Importen im Winter.
• Reuters fragt zum LNG-Terminal in Stade, das laut Wirtschaftsministerium in diesem Jahr dazukommen soll; nun gebe es Berichte, dass das Terminal angeschlossen werde, aber das Gas nicht ins Netz gelangen könne. Die Sprecherin sagt, dazu habe sie keine Details und müsse nachreichen.
|
✨ Satz des Tages: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Dobrindt in einem Kühlschrank sitzt." (BMI-Sprecherin Sonja Kock zu der Frage nach neuen Befugnissen für die Geheimdienste.) ❗Die RegPK dauerte heute unglaubliche 84 Minuten, es waren 26 Textjournalisten und ein Kameramann anwesend. ⭐ Am meisten gefragt: Klimaanpassung/Grundgesetzänderung (Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe) – ca. 15 Fragen/Fragenkomplexe, längste Diskussion des gesamten Termins. Außerdem Nachrichtendienstreform und russische Desinformationskampagne (etwa 6 Fragen) und das Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz/FIU – (ca. 5 Fragen). |
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan wird in der kommenden Woche mit einer Wirtschaftsdelegation nach Indonesien reisen. Schwerpunkt sei der Ausbau der Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien und einer sozial gerechten Energiewende.
Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille stellt die aus seiner Sicht vier wichtigsten Kabinettsbeschlüsse vor. Beim Thema Altersvorsorge habe das Kabinett den Gesetzentwurf zur Einführung der Frühstartrente beschlossen. Kinder erhalten demnach zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro staatlichen Zuschuss in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot. Eltern können freiwillige Zuzahlungen leisten. Für Kinder, deren Eltern kein Depot eröffnen, gebe es eine kollektive Anlagemöglichkeit. Zur BAföG-Reform erklärt Hille, dass die Wohnkostenpauschale ab dem Sommersemester 2027 von 380 auf 440 Euro monatlich erhöht werde. Die BAföG-Bedarfsätze sollen schrittweise steigen: ab Wintersemester 2027/28 von 475 auf 503 Euro und im Sommersemester 2029 in einem zweiten Schritt auf bis zu 563 Euro, was dem aktuellen Grundsicherungsniveau entspreche. Nachfragen hierzu gibt es keine.
Der Zoll solle neue Befugnisse erhalten, um Finanzkriminalität und Geldwäsche besser zu bekämpfen. Konkret könne der Zoll künftig Vermögensgegenstände leichter beschlagnahmen, wenn an deren rechtmäßiger Herkunft begründete Zweifel bestehen.
• Falk Steiner fragt, wie die erweiterten Zollbefugnisse mit den ebenfalls geplanten Nachrichtendienst-Reformen zusammenspielen. David Rüll (BMF, heute erster Auftritt in der RegPK) antwortet, dass ein wesentlicher Teil des Gesetzes die Strukturreform "Zoll 2030" sei, die den Zoll künftig in zwei Fachstränge (Zölle/Steuern sowie Sicherheit/Vollzug) statt bisher sechs Direktionen gliedere. Zum Zusammenspiel mit den Nachrichtendiensten, ergänzt die Sprecherin des BMI, dass Zoll und Polizei bereits eng zusammenarbeiteten und dies auch künftig so bleiben werde.
• Melchior Poppe (NZZ) fragt nach dem Gesetzesnamen und was die Bundesregierung unter "Gerechtigkeit" in diesem Zusammenhang verstehe. Antwort: Ziel des Gesetzes sei mehr Gerechtigkeit durch die Stärkung der Zollverwaltung, weil das Einhalten von Regeln zur Gerechtigkeit beitrage.
Hille stellt noch einmal die Reform des Nachrichtendienstrechts vor.
• dts fragt ans BMI, wie sich die Reform auf die Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz auswirke. Antwort: Man könne zu konkreten Einzelfällen nichts sagen; es handele sich um generelle Regelungen, die künftig gegen alle extremistischen Bestrebungen angewandt würden. Ob die angekündigten aktiven Maßnahmen auch gegen AfD-Politiker eingesetzt werden könnten? Die Antwort bleibt die gleiche.
• Falk Steiner fragt scherzhaft, ob Frau Weidel nun damit rechnen müsse, dass Herr Dobrindt in ihrem smarten Kühlschrank sitze. Die Antwort wird Satz des Tages (siehe oben).
• Ein Journalist fragt nach Einzelheiten zur vom Bundesamt für Verfassungsschutz offiziell benannten Desinformationskampagne. Das BMI erklärt, dass das Bundesamt verschiedene Formen der Einflussnahme und Verbreitung von Falschinformationen beobachte. Die Projektgruppe ZEAM im BMI und das gemeinsame Abwehrzentrum Hybrid befassten sich damit. Die Falschinformationen hätten eher eine geringere Reichweite, aber das Ziel einer Einflussnahme in Deutschland sei offensichtlich, insbesondere im Zusammenhang mit den bevorstehenden Landtagswahlen.
• Falk Steiner fragt nach, ob es sich um eine neue Iteration der bereits seit Jahren bekannten Matryoshka-Kampagne handele oder um die gleiche weitergeführte Kampagne. Das BMI sagt, das müsse nachgereicht werden, das Phänomen an sich sei aber nicht neu. Hille ergänzt, dass man bereits in der vergangenen Woche über diese Art der Verbreitung nicht-authentischer Informationen über gepflegte Webseiten und Wikipedia-Einträge gesprochen habe.
Das Thema Klima nimmt ab jetzt über eine halbe Stunde Platz ein. Es fragen immer wieder Falk Steiner, Malte Kreutzfeldt (Table), Daniela Vates (RND), die Financial Times, dpa, und andere. Wie der Rest des Kabinetts auf den Vorschlag von Umweltminister Schneider reagiert habe, die Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung ins Grundgesetz zu schreiben? Wie es um den Prüfauftrag aus dem Koalitionsvertrag stehe? Ob sich der Nationale Sicherheitsrat bereits mit dem Thema Hitzeschutz befasst habe? Der Erkenntnisgewinn ist nach mehr als 30 Minuten gering: Man wolle nicht "zu tief ins Innenleben von Kabinettssitzungen" gehen, der Koalitionsvertrag sei natürlich Grundlage der Arbeit. Am Ende steht dieser Satz: "Den Klimawandel in den Griff zu bekommen... das ist keine einfache Angelegenheit" (Hille).
dts fragt nach geplanten Hilfen für Kolumbien nach dem Erdbeben. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes antwortet, Deutschland sei tief betroffen vom Ausmaß der Zerstörung. Außenminister Wadephul habe sich geäußert und Unterstützung zugesichert. Man stehe mit der kolumbianischen Regierung und der EU im Kontakt, der europäische Katastrophenschutzmechanismus sei ausgelöst worden. Die kolumbianischen Behörden hätten um Beitrag zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln gebeten. Deutschland werde Wasserfilter und Nahrungsmittelausstattung zur Verfügung stellen. Für die Suche nach Überlebenden habe die kolumbianische Regierung keine ausländische Hilfe benötigt.
• Kirsten Girschick (BR) fragt ans BMI, dass bei einem jüngsten Abschiebeflug nach Afghanistan auch ein nicht straffällig gewordener Afghane dabei gewesen sei. Die Grünen kritisierten dies als unverantwortlich, Misereor kritisiere die faktische Anerkennung des Taliban-Regimes. Das BMI antwortet, dass im Koalitionsvertrag Rückführungen nach Afghanistan vereinbart worden seien, beginnend mit Gefährdern und Straftätern, aber nicht darauf beschränkt. Rechtlich seien vollziehbar ausreisepflichtige Personen rückführbar. Jeder Einzelfall werde geprüft, auch im Hinblick auf mögliche Gefährdungen im Heimatland.
• Weitere Frage ans BMI zu Medienberichten, dass die Bundesregierung endlich Rückführungen von Asylsuchenden nach Italien durchführen wolle, einschließlich Personen, die vor Juni 2026 eingereist seien. Das BMI sagt, dass Deutschland und Italien schon länger gut in Migrationsfragen zusammenarbeiteten. Ein funktionierendes Dublin-System sei Bedingung für den Erfolg des gemeinsamen europäischen Asylsystems. Im Herbst 2025 seien bilaterale Vereinbarungen mit Italien und Griechenland abgeschlossen worden, dass Dublin-Regeln ab Anwendbarkeit des gemeinsamen europäischen Asylsystems im Juni 2026 implementiert würden. Das bedeute, dass Dublin-Überstellungen nach Italien wieder durchgeführt würden. Auf Nachfrage, ob es unterschiedliche Interpretationen des Abkommens gebe – Italien denke, Rückführungen gälten nur für Fälle ab Juni 2026 –, wird eingeräumt, dass es diese Unstimmigkeiten gebe. Später teilt das BMI ergänzend mit, dass Italien im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 1.753 deutschen Übernahmeersuchen zugestimmt habe. Im Wesentlichen seien diese Fälle nicht vom Anwendungsbereich der bilateralen Vereinbarung erfasst – die gelte vor allem ab Mitte Juni.
Katharina Thoms (Deutschlandradio) fragt ans BMWK, ob der Bund den für den 15. August vorgesehenen Revisionsbericht zum Kohleausstieg bis 2030 in NRW einhalten könne oder ob eine Verschiebung um drei Jahre im Raum stehe. Das BMWK antwortet, dass der Bericht in der Tat für den 15. August vorgesehen sei, aber dieses Datum nicht eingehalten werde. Man bereite die Evaluierung vor und wolle das neu in Kraft getretene Strom-VKG mit Fördersystem zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit einbeziehen. Dies sei sehr wichtig, da die ersten Ausschreibungen noch in diesem Jahr stattfänden. Die Verschiebung des Berichts sei jedoch keine Entscheidung in der Sache – die gesetzlichen Zieldaten gälten weiter. Auf die Frage, bis wann der Bericht vorliegen werde, kann kein genaues Zieldatum genannt werden. Ob der Kohleausstieg in NRW wackele, da die EU-Kommission noch nicht abschließend zu den Gaskraftwerken als Reserve entschieden habe, verneint die Sprecherin mit dem Hinweis, die gesetzlichen Zieldaten gälten weiter.
• Kirsten Girschick (BR) fragt ans BMEL, wie ernst der Minister die Lage der Schweinebauern einschätze und ob finanzielle Unterstützung aus dem Ministerium komme. Ein BMEL-Sprecher antwortet, dass sich Minister Reiner heute mit rund zehn Verbänden der Schweinehaltung, Verarbeitung, Vermarktung und des Handels getroffen habe, um die gesamte Wertschöpfungskette an den Tisch zu bringen. Die Sauenhaltung und Schweinemast stünden wirtschaftlich stark unter Druck wegen erhöhtem Angebot auf dem EU-Markt, weggefallenen Exportmöglichkeiten durch Tierseuchen, gestiegenen Futter- und Energiekosten. Die Agrardieselrückerstattung sei vollständig wieder eingeführt worden, die Agrarexportstrategie befinde sich in Umsetzung – man habe ein Regionalisierungsabkommen mit den Philippinen erreicht, mit Südafrika und China sei man auf gutem Weg. Für gestiegene Düngemittelpreise arbeite man an einem Hilfsprogramm mit 60 Millionen Euro von der EU-Kommission. Zur Risikoausgleichsrücklage sei man in der Regierung noch im Austausch. Die Tarifglättung zur steuerlichen Abfederung von Einkommensschwankungen sei bis 2028 verlängert worden.
• Falk Steiner fragt, welche Schweineteilstücke problematisch seien und ob es Bestrebungen gebe, den deutschen Markt für diese Teile zu erwärmen. Der Sprecher antwortet, es sei Sache der Marktbeteiligten, Absatzmärkte zu finden. Die Politik schaffe Möglichkeiten – Ziel der Agrarexportstrategie sei es, neue Märkte zu eröffnen, insbesondere für Teile wie Füße, Kopf oder Schwänze, die in Deutschland nicht nachgefragt würden. Das habe auch mit Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung zu tun. Auf die Frage, ob Schweinegülle wieder häufiger aufs Feld gebracht werden solle, da Kunstdünger teurer geworden sei, antwortet der Sprecher, dass dies betriebsindividuelle Entscheidungen seien. Die Düngeverordnung und die europäische Nitratrichtlinie steckten den Rahmen. Die Betriebe entschieden individuell, ob sie Wirtschaftsdünger oder Mineraldünger einsetzten.
Malte Kreutzfeldt (Table) fragt ans BMWK zur aktuellen Gasspeicherentwicklung: Bei einem täglichen Zuwachs von 0,16 Prozentpunkten im letzten Monat sei ein Füllstand von deutlich unter 60 Prozent im Winter zu erwarten. Die vorgegebenen 80 Prozent schienen technisch kaum mehr erreichbar. Er fragt, ab wann das Ministerium eingreifen und die Betreiber zum Auffüllen verpflichten wolle. Die BMWK-Sprecherin widerspricht der Berechnung und sagt, man könne nicht einfach die Prozente auf den Speicher hochrechnen. Die Speichervorbuchungen lägen bei 74 Prozent. Ziel sei es, dass der Markt einspeichere – das habe immer funktioniert, und man setze weiter darauf. Es gebe geopolitische Probleme und in Asien sei eine Hitzewelle abgeflaut, sodass man mit maßgeblicher Einspeicherung im September rechne. Man habe nicht vor, in den Markt einzugreifen, da dies erneute Kosten für eine Gasspeicherumlage bedeuten würde. Kreuzfeld fragt nach, ob dies nicht dem Energiewirtschaftsgesetz widerspreche, das eingreifen vorschreibe, wenn die Trendlinie das Ziel nicht erreichen lasse. Die Sprecherin entgegnet, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet sei – die Gasflüsse aus Norwegen und über die LNG-Terminals seien stabil. Zudem gebe es jetzt die Terminals in der Form nicht in den Jahren zuvor; Stade werde dieses Jahr in Betrieb gehen. Die Kavernenspeicher seien voller als die Porenspeicher, und die Kavernenspeicher seien wichtiger für die direkte Gasversorgung. Es seien einige wenige Porenspeicher, die ungenügend gefüllt seien und die Gesamtprozentzahl drückten.
Christian Vollradt (Junge Freiheit) fragt ans BMI, ob das Ministerium offen für Überlegungen des sächsischen Innenministers Schuster sei, der Bundespolizei wieder eine paramilitärische Komponente zu verleihen – wie früher beim Bundesgrenzschutz –, um robuster auftreten zu können. Die BMI-Sprecherin antwortet, man kommentiere solche Äußerungen nicht. Die Bundespolizei sei robust ausgestattet. Auf Nachfrage, ob dies nicht erwägenswert sei, da europäische Nachbarn solche Einheiten hätten, verweist die Sprecherin auf die bestehende Sicherheitsarchitektur aus guten Gründen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums ergänzt, dass die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, etwa der Bundespolizei See, gut sei und die Bundespolizei robust und gut ausgestattet für ihren Auftrag sei.
dts fragt, ob es nächste Woche eine Kabinettssitzung geben werde. Herr Hille antwortet, da Freitag keine Regierungspressekonferenz stattfinde und er heute nichts angekündigt habe, könne man daraus schließen, dass in kommender Woche keine Kabinettssitzung stattfinden werde. Man gehe danach wieder in den üblichen Turnus über. Auf die Frage, ob dann wieder der Bundeskanzler die Sitzung leiten werde, antwortet Hille: "Davon ist auszugehen".
• Valerie Höhne (SZ) fragt ans Familienministerium zum heute im Kabinett verabschiedeten Gesetz zur Kinder- und Jugendhilfe, das von Sozialverbänden kritisiert worden sei, ob man mit dem Gesetzentwurf die Bemühungen um Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung wieder mehr in Richtung Fürsorge verschiebe. Das BMFSFJ antwortet, Ziel der Reform sei es, die Funktionsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe zu sichern, Kommunen zu entlasten und resiliente Strukturen zu schaffen. Man wolle mehr Prävention, niederschwellige Zugänge und weniger Verwaltungsaufwand. Es handele sich um eine zweistufige Strukturreform, man befinde sich auf der ersten Stufe. Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die eine Begleitung in Kita und Schule benötigten, erhielten künftig ein vorrangiges infrastrukturelles Angebot in der Bildungsassistenz. Jugendämter, Kitas und Schulen planten dies gemeinsam, sodass die Unterstützung niederschwellig und schnell erreicht werde. Wer einen individuellen Bedarf habe, bekomme weiterhin Einzelassistenz.
• KNA fragt nach, da auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung kritisiere, dass Kinder mit mehrfachen Behinderungen nicht gerecht behandelt würden und das Gesetz mehr statt weniger Bürokratie bedeute. Das Ministerium weist die Kritik an mehr Bürokratie deutlich zurück. Man habe eine Experimentierklausel eingebaut, die es Kommunen ermögliche, Leistungen der Eingliederungshilfe unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zu bündeln und rechtssicher zu erproben. Das unterstütze Familien, die Hilfen aus einer Hand bekämen. Kinder und Jugendliche mit Mehrfachbehinderung behielten ihren Anspruch auf Assistenz.
|
✨ Satz des Tages: "Wir können nicht eine Million Drohnen in die Regale legen. Die sind veraltet, wenn sie sie brauchen." (BMVg-Sprecher Mitko Müller) ⭐ Wichtigstes Thema heute: Drohnen! Die ersten 22 Minuten geht es nur um den Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle - später noch im Zusammenhang mit Ukraine und Verteidigungs-Investitionen. ❗ Die RegPK dauerte heute 70 Minuten, 23 Textjournalisten, 2 Kameraleute und ein Fotograf waren anwesend. |
Thema: Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle und Konsequenzen für die Drohnenabwehr
Nicolas Richter (Süddeutsche Zeitung) macht den Aufschlag und will wissen, ob ein Medienbericht stimmt, wonach die Drohne nicht aus der Luft gefischt, sondern erst am Boden gefunden wurde. Das BMI verweist auf die laufenden Ermittlungen des Generalbundesanwalts und gibt keine Details. Auf die Frage von Richter, ob Forderungen nach einem stärkeren Bundeswehreinsatz im Inneren sinnvoll seien, erklärt das BMVg, die Zuständigkeiten seien klar geregelt (§15 Luftsicherheitsgesetz). Die Bundeswehr könne subsidiär zur Abwehr eines katastrophalen Schadens hinzugezogen werden, aber eine 24/7-Abwehr an zehntausenden Kilometern sei illusorisch.
dts fragt nach einer Konkretisierung der "fremden Mächte" als Urheber, von denen der Innenminister sprach. Das BMI verweist erneut auf die laufenden Ermittlungen. Auf die Frage, wann eine Stellungnahme des Kanzlers zum Leipziger Vorfall kommt, erklärt Hille, der Kanzler begleite das Thema intensiv und der Nationale Sicherheitsrat habe sich am Freitag damit befasst.
Philip Scupin (RTL) fragt, ob der Kanzler eine Grundgesetzänderung für den Bundeswehreinsatz im Inneren erwäge. Hille verweist auf die bestehenden Regelungen und das gemeinsame Drohnenabwehrzentrum.
Philip Kuntschner (ARD) fragt nach einem neuen Technologiezentrum in Kochstedt. Das BMI bestätigt die Eröffnung am 18. August durch BMI und Forschungsministerium.
Eva Huber (BR) will wissen, wie viele Bundespolizisten in der Drohnenabwehreinheit sind und ob auf 300 aufgestockt wird. Das BMI bestätigt eine Weisung des Ministers, den Ansatz auf 300 zu erhöhen und die Standorte von vier auf acht zu verdoppeln, nennt die aktuelle Zahl aber nicht.
Hans Jessen fragt, ob der Begriff "Drohnenabwehrzentrum" nicht ein Euphemismus sei. Das BMI widerspricht und bezeichnet es als Koordinierungszentrum, ähnlich dem Terrorismusabwehrzentrum.
Friederike Sittler (Deutschlandradio) fragt, ob der Aufwuchs bei der Bundespolizei eine neue Entscheidung oder ohnehin geplant war. Das BMI stellt klar: Es ist eine neue Entscheidung des Ministers.
Tilo Jung fragt, warum der Minister von "fremden Mächten" (Mehrzahl) spreche und damit inländische Gefahren ausschließe. Das BMI stellt klar, dass der Generalbundesanwalt in alle Richtungen ermittle.
Ein Journalist fragt nach den verfügbaren Techniken zur Drohnenabwehr an Flughäfen. Das BMI gibt dazu aus Sicherheitsgründen keine Details, erläutert aber die Zuständigkeiten: Bundespolizei ist auf dem Flughafengelände zuständig, Landespolizei außerhalb.
Weitere Fragen nach den konkreten Standorten der Drohnenabwehreinheiten und einer möglichen Zentralisierung bei der Bundespolizei. Das BMI möchte die Standorte prüfen und verweist auf das bewährte Zusammenspiel von Bund und Ländern.
dpa fragt, wer entschieden hat, dass die Polizei und nicht die Bundeswehr die Drohne unschädlich machen sollte. Das BMI erklärt, die Bundespolizei sei auf dem Flughafengelände zuständig.
Ein Journalist fragt nach dem aktuellen Ausstattungsstand aller Flughäfen. Das BMI konkretisiert, dass die acht Großflughäfen (inkl. Leipzig) priorisiert und mit mobiler Technik ausgestattet werden. Die Ausschreibungen für die stationäre Technik sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Thema: Flugabwehrraketen für die Ukraine
Kathrin Aue (ARD) fragt nach dem Stand bei der Lieferung von Flugabwehrraketen und möglichen Beständen in Europa. Das BMVg skizziert die fünf "Cluster" der deutschen Unterstützung (Eigenbestände, Finanzierung von Industrieproduktionen, multinationale Rahmen, Initiativen wie "Enduring Action", neue Systeme). Er kann keine konkreten Zahlen zu Lieferungen oder Beständen anderer Nationen nennen, betont aber den kontinuierlichen Prozess der Abstimmung.
Thema: Geheimdienstreform für BND und BfV
Jan Drebes (Rheinische Post) fragt nach den Zielen der Nachrichtendienstreform und der Kritik, die Kontrolle könnte geschwächt werden. Der Regierungssprecher erklärt, die Koalition wolle die Dienste schlagkräftiger machen, um national souveräner zu werden. Er betont, es gehe nicht um weniger Kontrolle, sondern um eine zielgenaue und effektive Kontrolle, gebündelt beim unabhängigen Kontrollrat, wie vom Bundesverfassungsgericht gefordert.
Tilo Jung hakt nach, ob die demokratische Kontrolle nicht geschwächt werde. Herr Hille widerspricht und verweist darauf, dass der Kontrollrat von demokratisch gewählten Volksvertretern berufen werde. Später reicht er hierzu nochmal nach "für das Protokoll" und unterstreicht, dass auch ja auch noch das Parlamentarische Kontrollgremium gebe.
Thema: Kritik an Bundeswehr-Investitionen von Prof. Schularick (IfW Kiel)
Bernd Benthin (ZDF) fragt nach einer Antwort auf die Kritik, die Bundeswehr investiere zu viel in alte Technologien und die Summen würden verpuffen. Das BMVg widerspricht entschieden. Er argumentiert mit dem Zeitfaktor (2029), dem, was bereits passiert (20 Mrd. für Digitalisierung, F-35, Leopard 2 A8) und dem Kriegsbild der Zukunft. Er betont, dass es keine einfache Drohnenlösung für alle Herausforderungen gebe und erklärt die neuen Beschaffungsverfahren (z. B. Rahmenverträge mit Skalierung, um stets die neueste Technik zu erhalten). Er verteidigt die Investitionen in moderne Großsysteme als notwendigen Verbund für die Landes- und Bündnisverteidigung.
Thema: Russisches Haus in Berlin und Goethe-Institut Moskau
Eine Journalistin fragt, warum das Russische Haus in Berlin nicht geschlossen wurde, obwohl die Betreibergesellschaft sanktioniert ist. Das AA erklärt, dass die kulturelle Zusammenarbeit eingestellt sei und die Betreibergesellschaft sanktioniert sei. Er verweist aber auf zwei bilaterale Abkommen, die das Russische Haus in Berlin und das Goethe-Institut in Moskau miteinander verbinden. Eine Schließung des einen hätte unmittelbare Folgen für das andere.
Hans Jessen fragt nach dem Status des Goethe-Instituts in Moskau. Das AA bestätigt den reduzierten Betrieb und erklärt, dass eine Ausweitung der Aktivitäten in Russland unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich sei. Auf Nachfrage erläutert er die komplexe Zahlung der Grundsteuer, die das Auswärtige Amt an das Land Berlin leistet, nicht an Russland.
Thema: Niedrigwasser und Verkehr
Jan Drebes (Rheinische Post) fragt, ob geplante Baustellen auf Wasserstraßen, Straßen und Schienen verschoben werden, um Engpässe zu vermeiden. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigt, dass dies Teil des Maßnahmenpakets vom Donnerstag sei und in den Folgegesprächen vertieft werde. Auf die Frage nach dem Szenario einer Zweiteilung des Rheins erklärt er, dass man dies genau beobachte. Auf Nachfrage zum Sonntagsfahrverbot für LKW gibt er an, dass eine Bilanz noch zu früh sei; vier Länder hätten es ausgesetzt.
Thema: Nationaler Sicherheitsrat
dts fragt nach der ersten Zwischenbilanz des Nationalen Sicherheitsrates. Laut Hille fällt diese sehr positiv aus, da das Gremium die Sicherheitskompetenzen bündle, wie man am aktuellen Drohnenfall sehe.
Tilo Jung fragt nach dem konkreten Nutzen jenseits des "Tagens". Hille erklärt, dass das gemeinsame Lagebild und der fachübergreifende Austausch die Grundlage für Entscheidungen seien. Auf weitere Nachfragen betont er, dass der Rat einen breiten Sicherheitsbegriff verfolge und nicht nur rede, sondern auch Entscheidungen treffe. Und dann sagt Hille noch: "Treffen und Sprechen ist die Grundlage dafür, dass man dann auch Entscheidungen vorbereitet und Entscheidungen trifft."
Thema: Steuerreformpläne
Eva Huber (BR) fragt nach der Kritik an den geplanten Steuerentlastungen und der Reduzierung der Steuervergünstigungen für Vereine. Eine Sprecherin des Finanzministeriums verweist auf die laufenden Ressortabstimmungen. Sie stellt klar, dass die Entlastung von 10 Milliarden bis 2028 wie im Koalitionsausschuss beschlossen umgesetzt werde. Bei den Vereinen handele es sich um eine Subventionsabbau-Maßnahme, die nur wirtschaftlich tätige Großvereine treffe, nicht das gemeinnützige Ehrenamt.
Thema: Entführungsfall im Niger
Max Hofmann (Deutsche Welle) fragt, ob der im Niger verschleppte Deutsche, der sich in Algerien befinden soll, übergeben wurde. Das AA will sich zu Entführungsfällen nicht äußern und kann die Übernahme nicht bestätigen.
Thema: Nahost-Friedensplan (15-Punkte-Plan)
Eine Journalistin fragt nach der Bewertung der Absage des israelischen Premierministers an den 15-Punkte-Plan. Das AA erklärt, die Pläne stellten aus Sicht der Bundesregierung eine Chance dar, und man appelliere an beide Seiten. Er will nicht von außen den Erfolg des Friedensrates bewerten.
Tilo Jung hakt nach, woran sich Israel aus Sicht der Bundesregierung denn überhaupt noch halte und ob man die Entwaffnung der Hamas unter palästinensischer Kontrolle unterstütze. Das AA bleibt bei der Position, dass der Plan eine Chance sei, aber die Details zwischen den Parteien geklärt werden müssten, da Deutschland nicht Vertragspartei sei.
Thema: Mindestlohnbetrug
Ein Journalist fragt nach der Kritik des DGB zu Milliardenschäden durch Mindestlohnbetrug. Das BMAS kann die Zahl nicht bestätigen. Eine Sprecher des BMF betont die hohe Priorität der Bekämpfung von Schwarzarbeit durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit und verweist auf deren Stärkung.
Mohamad Aiash will eine Stellungnahme der Bundesregierung, ob das denn gut oder schlecht sei. Die Antwort fällt aber denkbar knapp aus: Man habe das "zur Kenntnis" genommen, sagt Hille.
Thema: E-Auto-Förderung
Herr Haufe (BMUKN) kündigt als "Servicehinweis" an, dass ab sofort monatlich eine detaillierte Förderstatistik zu E-Autos veröffentlicht wird. Philip Scupin (RTL) fragt, ob die Förderung angesichts der Sparzwänge nicht abgeschafft werden sollte. Herr Haufe verteidigt das Programm als zentrales Klimaschutzinstrument und verweist auf die soziale Staffelung, die gerade einkommensschwächere Haushalte anspreche.
|
✨ Satz des Tages: "Wie gesagt, der Vorfall, über den wir gerade sprechen - oder: versuchen, zu sprechen - hat letzte Nacht stattgefunden." (BMI-Sprecher Leonard Kaminiski, nachdem er mehrere Fragen zu dem Drohnen-Fall alle gleich beantwortet hat, dass er keine weiteren Informationen zu verkünden habe.) ⭐ Die wichtigsten Themen (nach Zahl der Fragesteller): Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig, Niedrigwasser, Desinformationskampagne. ❗ Die RegPK dauerte heute 67 Minuten, 20 Textjournalisten und 7 Kameraleute waren anwesend. |
dts fragt, ob es bereits eigene Erkenntnisse zu dem Vorfall gebe. BMI-Sprecher Kaminski (BMI) bestätigt den Fund der Drohne, verweist aber auf laufende Ermittlungen und will keine weiteren Details nennen. Claudia Kornmeier (ARD-Hauptstadtstudio) fragt nach, ob die Regierung von einem "versuchten Anschlag" spreche. Regierungssprecher Hille verweist ebenfalls auf die Ermittlungen. Das Verteidigungsministerium sagt, die Bundeswehr sei nicht involviert.
Falk Steiner will vom Verkehrsministerium wissen, was der Vorfall für die allgemeine Verkehrssicherheit bedeute. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärt, man sei sich der Gefährdung bewusst und Ziel sei es, Drohnen schnell zu identifizieren und unschädlich zu machen.
dpa fragt nach Details zum Sprengstoff, wird aber erneut auf die laufenden Ermittlungen verwiesen. Verkehrsministerium reicht nach, dass die Nordbahn ca. zwei Stunden gesperrt war ab 1:55 Uhr, die Südbahn ist noch gesperrt. Steffen Wurzel (Deutschlandradio) fragt nach der Chronologie der Ermittlungen und ob die Drohne gesprengt wurde, was das BMI auch nicht beantworten kann.
Niedrigwasser, Klima und Landwirtschaft
Reuters fragt das Landwirtschafts- und Verkehrsministerium, ob die
Bundesregierung Hilfen für Bauern wegen der Dürre und des Niedrigwassers
plane. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums antwortet, man
beobachte die Lage, sei im Austausch mit Akteuren, aber eine finale
Einschätzung sei noch zu früh, da es große regionale Unterschiede gebe.
Auf eine Nachfrage zum Spitzengespräch von Verkehrsminister Bilger
erklärt ein Sprecher des Verkehrsministeriums, dass Vertreter der
betroffenen Industrien (Chemie, Stahl, Reedereien) eingeladen seien, um
Problemstellungen zu identifizieren und Lösungen zu erarbeiten. Ein
Journalist fragt Regierungssprecher Hille, ab welchen konkreten
Kennzahlen (Hitze, Hitzetote, Pegelstände) das Thema zur "Chefsache"
erklärt werde. Hille weist die Frage zurück, betont aber, dass das Thema
alle Ebenen intensiv beschäftige und der Bund eine koordinierende Rolle
einnehme. Man reagiere "lageabhängig".
Falk Steiner fragt nach einer geplanten Taskforce, wie von NRW gefordert. Der Verkehrsministeriums-Sprecher sagt, man wolle das Ergebnis des Gesprächs morgen abwarten. Frage nach den Auswirkungen auf die Energieversorgungssicherheit (z.B. Raffinerie in Köln): Der Sprecher des Verkehrsministeriums versichert, dass derzeit keine Versorgungsengpässe bei Öl und Kraftstoffen beobachtet würden und es keine Drosselungen von Kraftwerken gebe. Eine weitere Nachfrage an das Landwirtschaftsministerium betrifft die Bemühungen um hitzeresistentere Getreidesorten. Der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erklärt, dass diese Förderung und Unterstützung schon seit Jahren und Jahrzehnten laufe und keine Versuchsprojekte mehr seien.
Energie (Gasspeicher, Strompreise, Übergewinnsteuer)
Kerstin Dausend (MDR) fragt das BMWE, ob der Gasspeicherstand von 76% bis zum 1.
November erreichbar sei und wie die Einspeicherung vor dem volatilen
LNG-Markt forciert werden solle. Ein Sprecher antwortet, die
Wintervorsorge laufe und sei Aufgabe der Unternehmen; man gehe davon
aus, dass der Markt die Befüllung übernehmen könne. Falk Steiner fragt,
warum Porenspeicher besonders schlecht gefüllt seien. Der Sprecher
erklärt, dies liege an unterschiedlichen Speicherarten und regionalen
Nachfrageunterschieden. Auf die Frage nach einer Initiative der
Ministerin, falls die Mindeststände nicht erreicht werden, will sich der
Sprecher nicht zu einem spekulativen Szenario äußern. Steffen Wurzel fragt
nach einem neuen Sachstand zur Übergewinnsteuer. Eine Sprecherin des
Bundesfinanzministeriums erklärt, dass sich Finanzminister Klingbeil
weiterhin auf EU-Ebene dafür einsetze und man laufend prüfe, welche
Maßnahmen notwendig seien. Konkretes habe man nicht anzukündigen.
Regierungssprecher Hille bestätigt, dass die Prüfungen grundsätzlich
laufen.
Stefan Wittmann (RTL) fragt, ob die Aussage von Wirtschaftsministerin Reiche, dass Bürger erst ab 2030 mit deutlichen Strompreissenkungen rechnen könnten, Konsens in der Regierung sei. Hille verweist auf bereits erfolgte Senkungen (Gasspeicherumlage, Netzentgelte) und erklärt, dass gesetzliche Veränderungen Zeit bräuchten, bis sie wirken. Eine Sprecherin des BMWE ergänzt, dass der Paradigmenwechsel im Stromsystem und lange Abschreibungszeiträume für Netzinvestitionen zu zeitverzögerten Effekten führten. Falk Steiner fragt, ob die Abschaffung der Gasspeicherumlage und eine neue Finanzierung für die Gasreserve wirklich eine Ersparnis für die Verbraucher bedeute. Die BMWE-Sprecherin antwortet, dass dazu erst Gespräche liefen und Haushalt oder Umlage mögliche Optionen seien.
Desinformationskampagne "Operation Matrjoschka"
Anselm Stern (ZDF) fragt Herrn Hille, was die Bundesregierung gegen die
ausgeweitete russische Desinformationskampagne vor den Landtagswahlen
tue. Hille verweist an Herrn Kaminski (BMI). Dieser bestätigt die
Kampagne, bei der Kurzvideos auf Englisch mit Vorwürfen wie
Korruption verbreitet würden. Die Reichweite sei aktuell gering, aber
die Kampagne sei ernstzunehmen. Auf Nachfrage sagt er, es gebe keine
Information, dass man eindeutig sagen könne, sie sei aus Russland
gesteuert. Steffen Wurzel fragt das Auswärtige Amt, ob dem AA Kenntnisse
vorlägen, dass Russland die Wahlen beeinflussen wolle. Ein Sprecher des
AA bestätigt generell den dauernden, staatlich gesteuerten Angriff
Russlands auf die Demokratie, ohne sich zum konkreten Fall zu äußern.
Auf die Frage, ob sich nach der Einbestellung des russischen
Botschafters etwas getan habe, verweist er auf die damalige
Kommunikation. Claudia Kornmeier (ARD) fragt Herrn Kaminski, ob man gegen die
Videos vorgehe (z.B. löschen). Kaminski sagt, das sei nicht der Fall, da
die Verbreitung von Informationen, auch falschen, erstmal nicht
verboten sei. Hille ergänzt, dass es bereits Attribuierungen und
Sanktionslisten auf EU-Ebene gegen solche Desinformationsakteure gebe.
Er appelliert an die Medienkompetenz der Bevölkerung. Falk Steiner fragt
nach dem Stand der Zentralstelle ZEAM. Kaminski bestätigt, dass es sich
weiterhin um eine Projektgruppe handle, aber dass alle
Sicherheitsbehörden dort zusammengeschaltet seien.
dpa fragt, ob die Kampagne trotz geringer Reichweite harmlos sei. Kaminski verneint dies, sie sei weder harmlos noch ungefährlich. Auf die Frage, warum die Kampagne auf Englisch laufe, hat er keine Erklärung. dts fragt nach Unterschieden zu früheren Kampagnen. Kaminski sieht Ähnlichkeiten, aber der Fokus auf die Landtagswahlen sei ein Unterschied. Claudia Kornmeier (ARD) bittet um genaue Zahlen zur Reichweite; diese sollen nachgeliefert werden. Falk Steiner fragt nach der Rechtslage, die ein Sprecher des Digitalministeriums mit Verweis auf den Digital Services Act (DSA) beantwortet.
BAföG-Reform
Ein Journalist fragt nach dem aktuellen Stand der Beratungen und ob der
Kabinettsentwurf nun vorliege. Der antwortet, dass es am 12. August eine Kabinettsbefassung zur
BAföG-Reform geben werde. Details gibt es vorher nicht.
KNDS
Uwe Berndt (ARD-Hauptstadtstudio) fragt nach dem Stand nach dem gescheiterten Börsengang von KNDS
und einem möglichen Staatseinstieg. Hille korrigiert: Der Börsengang
wurde nach Ansicht der Bundesregierung pausiert, nicht gescheitert. Die Regierung sei weiterhin daran
interessiert, gemeinsam mit Frankreich das Unternehmen in eine
erfolgreiche Zukunft zu führen. Er zitiert als "Servicehinweis" den
KNDS-Verwaltungsratschef Tom Enders, der gesagt habe, es gebe keine
Diskussionen und keinen Grund für eine komplette Verstaatlichung. Auf
Nachfrage von Falk Steiner, ob die Regierung diesen Grund ebenfalls
sehe, bekräftigt Hille nur die Position, gemeinsam mit Frankreich die
Zukunft als Anteilseigner zu gestalten.
Reuters fragt das Wirtschaftsministerium, ob der Börsengang die oberste Priorität habe und ob es Gespräche über Alternativen gebe. Das Wirtschaftsministerium verweist auf die Ausführungen Hilles.
Commerzbank und Unicredit
RND fragt, wie die Bundesregierung die Berichte sehe, die Commerzbank
habe den Kampf gegen die Übernahme durch Unicredit aufgegeben. Hille
bekräftigt die bekannte Position: Man lehne das aggressive Vorgehen der
Unicredit ab, es sei nun Sache der Banken, miteinander zu sprechen. Das
Finanzministerium ergänzt, dass die BaFin unabhängig arbeite und die
Unterlagen geprüft habe.
Bundespräsidenten-Wahl
Ein Journalist fragt, ob Bundeskanzler Merz mit Bayerns Ministerpräsidenten
Söder einer Meinung seien, dass eine Frau die nächste Bundespräsidentin
werden solle. Hille erklärt, der Kanzler habe sich dahingehend geäußert,
dass man sich im Herbst erst innerhalb der Union und dann in der
Koalition auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten verständigen werde.
Kommunikationspanne Kanzleramt - Senatskanzlei (Tagesspiegel-Recherche)
Pauline Voss (Nius) fragt zu den widersprüchlichen Aussagen des Kanzleramts bezüglich
eines Telefonats zwischen Kanzler Merz und dem Regierenden
Bürgermeister von Berlin am Tag des Stromausfalls. Sie will wissen, wie
der Unterschied zwischen einem Antwortentwurf (kein Telefonat) und der
finalen Antwort (doch Telefonat) zustande kam und ob es Absprachen gab.
Hille verweist auf die bereits ausführliche Behandlung des Themas in
früheren Sitzungen und die Protokolle. An der Sachlage habe sich nichts
verändert. Falk Steiner fragt nach, warum im ersten Schritt eine
unrichtige Antwort erteilt wurde. Hille wiederholt den Satz, dass
feststellbar kein persönliches Gespräch geführt wurde, und spricht von
einem "kommunikativen Missverständnis", nicht von einer Unwahrheit.
Innere Sicherheit und Justiz
Mohamad Aiash fragt, ob es Strafen für die Polizei gebe, weil sie vom Attentäter von
Tiergarten wusste. Hille distanziert sich von dieser Aussage und sagt,
dass weder er noch der Minister die Polizei als Mittäter ansehen würden.
Er könne eine von Aiash zitierte Aussage des Ministers Dobrindt nicht bestätigen. Falk Steiner
fragt, ob es sich für einen Innenminister gezieme, die Justiz wegen zu
laschem Vorgehen zu kritisieren. Hille erläutert, der Minister fordere
Änderungen wie eine Präventivhaft, eine ausgeweitete Fußfessel und eine
Schärfung des Jugendstrafrechts, um Anschläge besser verhindern zu
können.
Bundeszentrale für politische Bildung & "Landshut"
Ein
Journalist fragt das Innenministerium nach einer geplanten
Umstrukturierung der Bundeszentrale für politische Bildung. Das BMI kann
dazu nichts sagen und kündigt eine Nachlieferung an. Eine weitere Frage
an das Auswärtige Amt betrifft das Flugzeug "Landshut" und den
geplanten Museumsbau. Das AA stellt klar, dass das Projekt nicht in
seiner Verantwortung liege und die Maschine nicht "vor sich hin modere",
sondern temporär für eine Ausstellung genutzt werde.
Allgemeines (Kabinett, Termine)
dts fragt nach den Terminen für nächste Woche und der
Kabinettssitzung. Hille bestätigt eine Sitzung am Mittwoch um 10 Uhr,
die voraussichtlich vom Vizekanzler geleitet werde. Dies sei nur in der
Sommerphase ein zweiwöchiger Rhythmus, sonst tage das Kabinett dann bald wieder wöchentlich.
|
✨ Satz des Tages: "Wenn kein Wasser mehr im Rhein ist, dann sind wir natürlich alle mit dem Latein am Ende." (Scheidender Sprecher im Verkehrsministerium Georg Link) ❗Die RegPK dauerte heute 41 Minuten, es waren 14 Textjournalisten und 7 Kameraleute/Techniker anwesend. |
|
✨ Satz des Tages: "Die möchte ich nicht adeln mit einem Kommentar der Bundesregierung." (Stellvertretender Regierungssprecher Steffen Meyer befragt nach einer Reaktion auf Hasskommentare nach dem CSD-Anschlag) ❗Die RegPK dauerte heute 51 Minuten, es waren 18 Textjournalisten und 5 Kameraleute anwesend. ⚠ Es fehlten: Verkehrsministerium, Landwirtschaftsministerium und Arbeitsministerium. |
|
✨ Satz des Tages: "Sie sehen es mir nach, dass ich jetzt nicht anfange, Satire-Sendungen zu kommentieren." (AA-Sprecherin Kathrin Deschauer zu Wadephul-Aussagen in "heute-show extra", wo er das das Völkerrecht mit der Straßenverkehrsordnung verglichen hatte. ❗ Die RegPK dauerte 55 Minuten, 17 Textjournalisten und 3 Kamaraleute waren anwesend. ⚠ Das Landwirtschaftsministerium ist wegen Krankheit nicht da, das Arbeitsministerium muss nach 12 Uhr zu einem Termin. Wird von uns alles im Klassenbuch notiert... |
|
✨ Satz des Tages: „Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir einen Paradigmenwechsel sehen, was die Fähigkeiten von KI-Agenten betrifft.“ (Florian Druckenthaner, Sprecher BMDS, zum autonomen Hackerangriff eines KI-Modells von OpenAI) ❗Die RegPK dauerte heute 61 Minuten, 18 Journalisten waren anwesend. |
Empfehlen Sie uns weiter, hier der Link zum Teilen:
https://www.dts-nachrichtenagentur.de/regierungspressekonferenz
|
✨ Satz des Tages: "Ich kommuniziere nicht über Hoffnungen." (Tim-Niklas Wentzel, Sprecher BMWE, zur Frage, ob es einen Gas-Deal mit Aserbaidschan geben wird). ❗Die RegPK dauerte heute 41 Minuten, 18 Textjournalisten waren anwesend. |
|
✨ Satz des Tages: "Ich esse Fischstäbchen gerne, aber das wird Sie nicht zufriedenstellen." (Stellvertretender Regierungssprecher Sebastian Hille auf die Frage von RTL-Reporterin Clara Pfeffer, ob Fischstäbchen systemrelevant sind, bzw. warum Fischimporte von Russland-Sanktionen ausgenommen wurden.) Wichtigste Themen heute: ⭐ Spahn/Leihmutterschaft ⭐ Commerzbank-Übernahme, ⭐ Russland-Sanktionen (Fischstäbchen-Debatte). ❗Die RegPK dauerte heute nur 33 Minuten, 19 Journalisten waren anwesend. |
|
✨ Satz des Tages: "Ich bin ein lernfähiges System und lerne jeden Tag dazu." (Friedrich Merz auf die Frage, aus welchen Fehlern er gelernt habe.)
⭐ Die Top-5-Themen (nach Zahl der Fragesteller und Länge):
1. AfD / Landtagswahlen im September 2. Rentenreform / Alterssicherung / Lohnnebenkosten
3. Klimaschutz und Hitzewelle
4. Wirtschaftliche Lage / Wettbewerbsfähigkeit
5. Außen- und Sicherheitspolitik (Ukraine, Verteidigungsfähigkeit).
❗Die Sommerpressekonferenz dauerte 93 Minuten und damit drei länger als geplant, ca. 130 Journalisten und etwa 15 Fotografen sind anwesend, außerdem 30 Kameraleute und Tontechniker. |
|
✨ Satz des Tages: "Soweit das für uns feststellbar ist, hat der Bundeskanzler während der Dauer des Stromausfalls kein persönliches Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister geführt." (stv. Regierungssprecher Steffen Meyer zum angeblichen Telefonat zwischen Kanzler und Kai Wegner) Die wichtigsten Themen heute: ⭐ Blackout-Blues: Das Telefonat, das keiner finden kann ⭐ Cyberkrieg aus Moskau – Botschafter zum Rapport ⭐ Drohnen, Deals und Durchhalteparolen ❗Die RegPK dauerte heute 49 Minuten, 27 Journalisten waren anwesend. |
Weiterer Ebola-Patient in Deutschland
Das
Gesundheitsministerium bestätigt die Aufnahme eines mit Ebola
infizierten US-Staatsbürgers in der Uniklinik Frankfurt. Das Risiko
für die Bevölkerung werde weiterhin als sehr gering eingeschätzt.
Angriffsdrohnen für die Ukraine
Zur
Berichterstattung über eine Finanzierung von 50.000 Angriffsdrohnen
für die Ukraine äußert sich die Bundesregierung nicht im Detail,
bekräftigt aber ihre fortgesetzte militärische Unterstützung der
Ukraine und verwies auf neue Hilfszusagen sowie das Treffen der
"Koalition der Willigen".
Merz als Ziel
iranischer Vergeltung
Zu
einer iranischen "Vergeltungsliste", auf der sich auch
Bundeskanzler Friedrich Merz befinden soll, will die Bundesregierung
keine Stellung nehmen. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um den
Bundeskanzler seien weiter "sehr, sehr hoch".
Altersgrenze für Social Media
Beim
Thema Jugendschutz erklärt das Familienministerium, eine europäische
Altersgrenze für soziale Netzwerke sei die bevorzugte Lösung.
Sollte diese ausbleiben, wird auch eine nationale Regelung geprüft.
Straße von Hormus
Zur
Lage im Nahen Osten beobachtet die Bundesregierung die Entwicklung
rund um die Straße von Hormus nach eigenen Angaben weiterhin eng. Zusätzliche
Entlastungsmaßnahmen oder Eingriffe in den Energiemarkt sind derzeit
nicht geplant. Die im Roten Meer stationierten deutschen
Marineeinheiten bleiben vorerst in Bereitschaft.
Tod von Lindsey Graham
Die
Bundesregierung würdigt den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham
als wichtigen transatlantischen Partner und Befürworter schärferer
Russland-Sanktionen. Sie setzt darauf, dass Grahams "Vermächtnis"
weiterlebt.
VW-Krise
Mit
Blick auf den angekündigten Stellenabbau bei Volkswagen betont das
Kanzleramt die Bedeutung einer starken Automobilindustrie und des
Erhalts von Arbeitsplätzen, verweist jedoch auf laufende Gespräche
zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretern.
Reform des Unterhaltsvorschusses
Das
Familienministerium bestätigt Eckpunkte einer Reform des
Unterhaltsvorschusses. Künftig soll der Anspruch grundsätzlich nur
noch bis zum 16. Geburtstag gelten. Gleichzeitig sollen säumige
Unterhaltszahler stärker in die Pflicht genommen werden, unter
anderem durch ein mögliches befristetes Fahrverbot und eine
effizientere Durchsetzung offener Unterhaltsforderungen.
Weitere Themen
Deutsch-französisches
Ministertreffen in Brühl (enge Zusammenarbeit in den Bereichen
Wirtschaft, Sicherheit, Verteidigung und Digitalisierung wird
betont), Erhöhung der Tabaksteuer (Details werden im
parlamentarischen Verfahren geklärt), Wimbledon-Finale (keine
Details zu Gesprächen in der Royal Box oder wer den Hut des Kanzlers
ausgesucht hat).
Am Mittwoch findet keine Regierungspressekonferenz statt, da sich stattdessen Bundeskanzler Friedrich Merz in der traditionellen Sommerpressekonferenz den Fragen der Hauptstadtjournalisten stellt. Die nächste reguläre RegPK gibt es am Freitag, 17. Juli, um 11:30 Uhr. Bis dahin wünschen wir eine schöne Woche!
|
✨ 1. Satz des Tages: "Von einer Abkühlung kann überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil." (Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer spricht nicht über das Wetter, sondern das Verhältnis zwischen Merz und Macron.) ✨ 2. Satz des Tages: "Wir sind auch Menschen, die hier oben sitzen." (Hier ging es tatsächlich um das Wetter und die hohen Temperaturen.) ❗Die RegPK dauerte heute 70 Minuten, obwohl nur 10 Journalisten anwesend sind. |
|
✨ Satz des Tages: "Auf dem Spielfeld muss entschieden werden." (Stellvertretender Regierungssprecher Steffen Meyer zu möglicher politischer Einflussnahme bei der Fußball-WM) ⭐ Thematisch heute ein bunter Blumenstrauß: Von U-Boot-Deals über Einkommensteuerreform bis zu geheimen KI-Beratungen - da ist für jeden was dabei. ⚠ Wir müssen heute ohne das Landwirtschaftsministerium auskommen, das aufgrund von Krankheit und Personalengpässen nicht vertreten ist. Dafür sitzen zwölf Redakteure der Augsburger Allgemeinen als Gäste im Publikum. ❗Die RegPK dauerte heute 46 Minuten. |
|
Satz des Tages: "Wir wollen ja auch nicht, dass Ihnen die Themen ausgehen" (Regierungssprecher Stefan Kornelius zum Kabinettsfahrplan, der nach seinen Worten immer erst "am Vorabend final fertig steht".) Die wichtigsten Themen heute: ⭐ Nachwehen des Koalitionsausschusses vom Mittwoch (insbesondere Krankschreibung) ⭐ Kanzler-Treffen mit Springer-Chef Döpfner ⭐ Tod eines Deutschen in ICE-Gewahrsam (gemeint ist die US-Zollbehörde!) ❗Die RegPK dauerte heute 55 Minuten. |
Es geht nochmal um ein Treffen zwischen Kanzler Merz und Matthias Döpfner (Springer), aus dem in einem Podcast (hier) berichtet wurde und welches angeblich im Streit und mit Drohungen endete, weil Merz nicht darauf eingehen wollte, sich der AfD mehr zu öffnen. Am Mittwoch war es schon Thema in der RegPK, da sprach der stellvertretende Regierungssprecher von "absurden Gerüchten".
|
✨ Erkenntnis des Tages: "Es bringt uns nichts, wenn der gut ausgebildete Soldat dann nach vier oder sechs oder acht Jahren vielleicht benötigt wird und kann das System nicht bedienen." (BMVg zur Abschaffung der doppelten Freiwilligkeit bei der Reserve) Wichtigste Themen des Tages: ⭐Zurück in die Zukunft: Zur wiederbelebten Tradition, Kabinettssitzungen im Verteidigungsministerium abzuhalten ⭐Der falsche Knopf: Die Hintergründe zum Post-WM-Aus-Post des Kanzlers ⭐Der Pate IV: Zu Gerüchten über ein Treffen zwischen Kanzler Merz und Springer-Chef Döpfner ❗Die RegPK dauerte heute ca. 55 Minuten. Inklusive Satzungsdebatte (s.u.) |
Das Bundeskabinett tagte ausnahmsweise im BMVg mit Schwerpunkt Sicherheit und Verteidigung. Das werde es nun jedes Jahr geben, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille, damit solle eine Tradition aus der "Bonner Republik" wiederbelebt werden. Im Fokus stand die Vorbereitung des Nato-Gipfels in Ankara in der kommenden Woche sowie die europäische Verantwortungsübernahme innerhalb der Nato. Aber auch:
Reservestärkungsgesetz
Das
Kabinett verabschiedete den Entwurf eines Reservestärkungsgesetzes.
Kern ist die Abkehr von der bisherigen "doppelten Freiwilligkeit" –
Reservisten können künftig auch verpflichtend zu Übungen herangezogen
werden. Ausgenommen bleiben ehemalige Wehrpflichtige, aktuelle
Freiwilligendienstleistende und Soldaten, die vor Einführung des neuen
Wehrdienstes ihren Dienst angetreten haben. Arbeitgeber sollen
frühzeitig informiert und angehört werden.
Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetz
Ein
weiteres Gesetzespaket soll den Ausbau militärischer Infrastruktur
beschleunigen. Vorgesehen sind Ausnahmen im Umwelt- und Naturschutzrecht
sowie eine Stärkung der Eigenvollzugskompetenzen der Bundeswehr. Das
Gesetz umfasst Änderungen an zehn teils 70 Jahre alten Gesetzen,
darunter ein neues Bundeswehrbaugesetz.
Sicherstellungs- und Vorsorgegesetze (Eckpunkte)
Die
Regierung beschloss Eckpunkte zur Novellierung der
Sicherstellungsgesetze. Ziel ist die bessere Verzahnung von ziviler und
militärischer Verteidigung – von Bund über Länder bis zu Kommunen. Die
bisherigen Regelungen werden den aktuellen Bedrohungsszenarien nicht
mehr gerecht.
Dann kommen die Fragen:
Fußball-WM und Kanzler-Tweet
Als der stellvertretende Regierungssprecher hört, dass es dazu die meisten Fragen gibt, sagt er: "Wie überraschend". Es geht um diesen Tweet. Hille sieht sich genötigt, klarzustellen:
"Natürlich ist der Bundeskanzler enttäuscht vom Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Wie jeder der Millionen Fußballfans in Deutschland auch. Das ist ja überhaupt keine Frage. Und auch er hat sich ehrlicherweise, hatte sich ein bisschen mehr erhofft."
Nach ein weiteren Fragen hierzu wird die Sache offenbar aus Sicht des Regierungssprechers so brisant, dass er dazu nur vertraulich etwas sagen will ("Unter zwei").Das Programm wird ab 2027 neu aufgestellt mit vier Programmebenen (Kommune, Länder, Bund, digitaler Raum) und einem Sondervorhaben Integration und Teilhabe. Schwerpunkte sind digitale Demokratiebildung und Medienkompetenz. Träger wie die Amadeu Antonio Stiftung können sich weiterhin bewerben; ob es zu Kürzungen kommt, ist offen.
Kasachstan-Reise von Ministerin Reiche
Wirtschaftsministerin Reiche führte in Kasachstan Gespräche über industrielle und
rohstoffpolitische Zusammenarbeit. Thema war auch die Unterbrechung von
Öltransporten; Kasachstan zeigte Interesse an einer schnellen Lösung,
möglicherweise über Verschiffung.
Tankrabatt und Preisentwicklung
Trotz
des Tankrabatts sind die Preise nicht gesunken. Das Bundeskartellamt
prüft die Preisstrukturen und Wettbewerbsverhältnisse auf dem
Mineralölmarkt. Die Regierung sieht hier die unabhängige Kartellbehörde
in der Verantwortung.
Venezuela-Hilfe
Nach
den schweren Erdbeben in Venezuela stockt Deutschland die humanitäre
Hilfe auf 13 Millionen Euro auf. Das Technische Hilfswerk und
Hilfsorganisationen sind vor Ort. Die Hilfe erfolgt staatsfern,
europäisch koordiniert und folgt humanitären Prinzipien.
Weitere Themen
Details aus einem Podcast (hier), in dem es um ein Treffen zwischen Kanzler Merz und Matthias Döpfner (Springer) geht, das angeblich im Streit und mit Drohungen endete, werden vom Regierungssprecher als "absurde Gerüchte" zurückgewiesen.
Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz (GESEG) wird weiter vorbereitet, ein konkreter Zeitplan wurde nicht genannt.
Zur Wahlentwicklung in Südamerika (Kolumbien, Peru) äußert sich die Regierung nicht.
Der
scheidende Umweltpressesprecher Christopher Stolzenberg verabschiedet sich
nach sechs Jahren und dankt der Bundespressekonferenz für den
unabhängigen Austausch.
|
Satz des Tages: "Chefsache ist ja noch keine Lösung für ein Problem." (Regierungssprecher Stefan Kornelius zu der Frage, ob sich der Bundeskanzler um die Lösung von Hitzeproblemen kümmern will) Die wichtigsten Themen: ⭐ Hitze-Hammer: Der Zuständigkeits-Dschungel bringt die Regierung ins Schwitzen ⭐ Mission possible: Deutschland schickt weitere Hilfe nach Venezuela ⭐Good bye, Tankrabatt: Die Bundesregierung zeigt sich zufrieden. ❗Die RegPK dauerte heute 61 Minuten. |
Die Themen:
Hitzeschutz I (Regierungssprecher): Die Bundesregierung sieht die Zuständigkeit für den Hitzeschutz prinzipiell bei Ländern und Kommunen. Wir zitieren Regierungssprecher Stefan Kornelius ausnahmsweise mal ausführlicher:
"Chefsache ist ja noch keine Lösung für ein Problem. Also die Klimastrategie der Bundesregierung wirkt, sie funktioniert. Die Mittel sind da, sie werden eingesetzt. Die Kommunen und die Länder greifen da ineinander. Wir haben es mit einer extremen Situation zu tun. Ich würde aber auch nicht pauschal von den Autobahnen oder den Zügen reden, die nicht funktionieren oder nicht befahrbar sind. Ich habe keine Statistik gesehen, ich glaube, die gibt es auch nicht. Man muss das proportional betrachten. Also mir fehlt ehrlicherweise jetzt die Urteilskraft, das ordentlich zu betreiben. Mein persönliches empirisches Urteil am Wochenende war positiv, sowohl auf der Autobahn wie im Zug. Ich bin am Wochenende Zug gefahren und ja, also wie auch immer, es bringt nichts, wenn wir alle subjektive Erfahrungen austauschen und sagen, die Welt geht unter. Das ist ein extremes Wetter, wir wissen das und eine Chefsache wird das Wetter nicht ändern."
Hitzeschutz II (Ministerien):
Das Umweltministerium prüft mit einem Forschungsprojekt die Einführung eines nationalen Hitzeaktionsplans und treibt die Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung voran – eine Grundgesetzänderung, die hohe Hürden überwinden muss. Das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro soll auch für Klimaanpassung (Wasserresilienz, Entsiegelung, Stadtbäume) genutzt werden. Das Gesundheitsministerium verweist auf bestehende Hitzeschutzpläne und den Transformationsfonds für Krankenhäuser (29 Mrd. Euro). Zur Chefsache erklärt der Kanzler das Thema nicht, die bestehenden Strategien würden wirken.
Das Wirtschaftsministerium hat keine Erkenntnisse zu konkreten Schadenssummen. Die Netzbetreiber beobachten das Stromnetz kontinuierlich; größere Probleme sind nicht bekannt.
Verkehrsministerium: Bei Autobahn-Schäden (Blow-ups) werden betroffene Abschnitte mit neuen Materialien instandgesetzt. Die Bahn verbessert ihre technische Ausstattung, ist aber vor Böschungsbränden nicht gefeit. Die Investitionen werden aus laufenden Haushalten bestritten.
|
✨ Wichtigster Satz des Tages: "Und nicht vergessen: Trinken, trinken, trinken." (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille zur aktuellen Wetterlage) Drei von vielen wichtigen Themen heute: ⭐ Kabinett im Kriegshauptquartier: Darum zieht Merz mit seinen Ministern ins Verteidigungsministerium. ❗Die RegPK dauert heute 63 Minuten. |
Termine des Bundeskanzlers: Das Bundeskabinett tagt am Mittwoch ausnahmsweise im Verteidigungsministerium – mit Nato-Generalsekretär Rutte als Gast. Schwerpunkt logischerweise: Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Das habe man ja letztes Jahr schon einmal gemacht, damit wolle man u.a. die Bedeutung der Bundeswehr unterstreichen, sagt der Regierungssprecher. Ob auch etwas Konkretes beschlossen werden soll, lässt er offen.
Weitere Termine: Am Freitag empfängt der Kanzler die baltischen Staats- und Regierungschefs.
Der Außenminister reist nach Washington (Gespräche mit Rubio zu Nahost, Ukraine und NATO-Vorbereitung), dann weiter nach Paraguay (Mercosur-Gipfel), Argentinien (Rohstoffabkommen, Gedenkstättenbesuch) und Brasilien (Handelskonferenz, Rohstoffkooperation). Begleitet wird er von einer Wirtschaftsdelegation und Ex-Fußballer Cacau als Sportbotschafter.
Venezuela-Hilfe: Nach dem Erdbeben startet die Bundeswehr vorerst vier Transportmaschinen mit THW-Helfern (ca. 80 Personen, 30 Tonnen Material), weitere sollen folgen. Auswärtiges Amt koordiniert über Krisenstab. Keine direkten Finanzhilfen an die Regierung, aber humanitäre Unterstützung über UN und Rotes Kreuz (Deutschland ist drittgrößter Geber). Botschaft in Caracas ist arbeitsfähig, Elefand-Liste führt niedrige dreistellige Zahl Deutscher. Informationen über deutsche Opfer gibt es nicht.
Koalition & Reformen: Der Regierungssprecher will weder Ort noch Zeitpunkt von einem angeblichen Spitzentreffen am Sonntag im Kanzleramt bestätigen – nur, dass man "in dauerhafter Abstimmung" sei. Themen: Rentenreform, GKV-Reform, Haushaltskonsolidierung.
Tankrabatt: Läuft kommende Woche aus; genaue Info über Kosten erst später bekannt. Kartellamt prüft Weitergabe.
Elterngeld: Arbeitsministerium dementiert Medienberichte über verpflichtende hälftige Aufteilung (7/7 Monate). "Mag sein, dass auch dieses Modell irgendwann mal auf einem Papier stand". Ansonsten sei das alles "reine Spekulation". Reform wird aber wegen Haushaltsvorgaben und Koalitionsvertrag (mehr Partnerschaftlichkeit) vorbereitet – Entscheidung vielleicht im Juli.
Kündigungsschutz: Offen für Flexibilisierung bei hohen Einkommen, Details noch intern.
Haushalt: Regierungsentwurf soll am 6. Juli im Kabinett beschlossen werden.
Bahn: Pünktlichkeitsziele bei Stuttgart 21 revidiert, Hitze führt zu Ausfällen, Minister verspricht Priorität. "Demokratiegefährdend" sei die Lage nicht – aber man ziehe Schlüsse.
Wohngeld: Sparmaßnahmen führen voraussichtlich zum Wegfall für ein Drittel der Wohngeldhaushalte. Bestehende Bescheide bleiben unangetastet.
AfD-Verbotsverfahren: Regierung nimmt Gutachten zur Kenntnis, setzt aber weiter auf Problemlösung und Überzeugungsarbeit in der demokratischen Mitte statt Verbotsantrag. Also: Kein Verbotsantrag durch Bundesregierung.
VW: Medienbericht über 100.000 mögliche Jobstreichungen – Regierung verweist auf wirtschaftliche Herausforderungen, appelliert an Sozialpartner und betont eigene Standortverbesserungsmaßnahmen.
Suizidprävention: Gesetzentwurf sieht Bundesfachstelle und einheitliche Krisendienstrufnummer vor.
Minenjagdboote: "Fulda" und "Mosel" liegen in Dschibuti im Standby, Rahmenbedingungen für Verlegung noch nicht erfüllt.
Hitzewelle: Regierung verweist auf kommunale Verantwortung für hitzeresiliente Stadtplanung.
Und am Ende gibt es etwas Verwirrung beim Thema Ukraine-Hilfe. Gefragt wird, wie der "European Flagship Fonds" genau funktioniert, von dem der Kanzler gestern in Danzig gesprochen hat. Der Regierungssprecher spricht über den 90-Milliarden-Kredit, aber ahnt wohl schon, dass das was anderes ist. Da kann man schonmal durcheinander kommen. Es soll nachgereicht werden.
|
✨ Satz des Tages: "Zu Aktienfragen und Wertpapieren oder Börse bin ich der falsche Ansprechpartner." (Sprecher des BMVg zum Crash der Rheinmetall-Aktie) Die wichtigsten Themen heute: ⭐ Bahn-Blamage: 2G-GAU auf der Schiene ⭐ Fregatten-Fiasko: F-126 geht über Bord ⭐ Ukraine-Unterstützung: Merz reist zur Aufbaukonferenz, Selenskyj sagt ab ❗Länge der RegPK heute: 55 Minuten |
Heute im Kabinett: Zwei Beschlüsse wurden gefasst: Erstens die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie mit Entlastungen für Unternehmen (760 Mio. € jährlich, 2,9 Mrd. € einmalig). Zweitens Einsetzung einer entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission unter Leitung von Altkanzler Olaf Scholz und der früheren costa-ricanischen Präsidentin Laura Chinchilla.
Rüstungsprojekt F-126: Das Fregattenprojekt wird nach massiven Kostensteigerungen (von 10 auf bis zu 18,8 Mrd. €) und Zeitverzögerungen beendet. Stattdessen soll nun die kleinere Meko-Klasse A200 beschafft werden, um die U-Boot-Abwehrfähigkeit der Marine zu sichern. Die genaue Höhe bereits geflossener Mittel im Milliardenbereich ist unklar; Schadensersatzforderungen gegen den bisherigen Generalunternehmer werden juristisch geprüft. Die Marine soll durch die Neuausrichtung zeitnah einsatzfähige Schiffe erhalten.
Wiederaufbaukonferenz Ukraine: Bundeskanzler Merz reist morgen zur Konferenz nach Danzig. Die Absage von Präsident Selenskyj kommentiert die Regierung nicht näher, betont aber die fortgesetzte deutsche Unterstützung für den Wiederaufbau und langfristig auch für einen EU-Beitritt der Ukraine.
Bahn-Panne: Ein Ausfall des digitalen Bahnfunks (GSMR, 2G-basiert) legte bundesweit den Zugverkehr lahm. Die Bahn spricht von einem defekten Bauteil, Sabotage wird ausgeschlossen. Das Verkehrsministerium fordert umfassende Aufklärung und verweist auf die geplante Umstellung auf 5G-basierten FRMCS-Standard bis 2030/2035 – 10 Mrd. Euro sind dafür eingeplant.
Kolumbien: Nach dem Wahlsieg des rechten Kandidaten Abelardo de la Espriella hält sich die Bundesregierung mit einer Bewertung zurück. Das endgültige Ergebnis steht noch aus. Deutschland betont weiterhin enge Zusammenarbeit, auch wenn das angekündigte Programm (UN-Austritt, harter Kurs gegen Kriminalität) für Irritationen sorgt.
Hormus-Mission: Beim E5-Treffen steht primär die Nato-Gipfel-Vorbereitung im Fokus. Deutschland bleibt bei seiner Haltung: Beteiligung an der Sicherung der Schifffahrt nur unter bestimmten Voraussetzungen (stabiler Waffenstillstand, völkerrechtliche Grundlage), die aktuell nicht erfüllt sind.
Palästina/UN-Bericht: Die Bundesregierung nimmt den UN-Bericht zu israelischen Angriffen auf Kinder "sehr ernst", kann jedoch nicht alle Schlussfolgerungen überprüfen. Zu Rüstungslieferungen an Israel gibt es keine Änderung der Verwaltungspraxis.
Hitzeschutz: Bundesgesundheits- und Umweltministerium betonen ressortübergreifende Ansätze. Der Hitzeschutzplan von 2023 wird verstetigt, Kommunen werden bei Klimaanpassung gefördert (Förderprogramme, Stadtbäume, soziale Einrichtungen). Ein nationaler Hitzeschutzaktionsplan wird geprüft, Ergebnisse bis Jahresende erwartet.
Gazprom Germania: Die Bundesregierung nimmt die Ermittlungen des Generalbundesanwalts zur Kenntnis, äußert sich nicht zu Details. Die Treuhandverwaltung der Sefe (ehemals Gazprom Germania) bleibt zur Sicherung der Energieversorgung bestehen.
Tankrabatt: Bauernverband fordert Verlängerung des Tankrabatts auf Diesel bis nach der Ernte. Das Landwirtschaftsministerium fühlt sich für den Tankrabatt nicht zuständig, aber findet warme Worte für die Bauern: Die übernehmen "eine enorme Verantwortung, nämlich die Verantwortung dafür, uns tagtäglich zu ernähren. Das ist eine Verantwortung, die braucht Rückendeckung. Unser Ziel ist, dass die Höfe eine Zukunft haben."
|
Antwort des Tages: "Nein." (Regierungssprecher Kornelius auf die Frage, ob der Bundeskanzler den Starmer-Rücktritt zum Anlass nimmt, über seine eigenen Beliebtheitswerte zu reflektieren). Die wichtigsten Fragen: ⭐ Machtwechsel mit Nebenwirkungen: Welche Auswirkungen hat der Starmer-Rücktritt? |
|
✨ Beruhigendster Satz des Tages: "Der typische Bundeswehrsoldat ist auf verschiedene Klimazonen eingestellt und Sie dürfen mir glauben, dass das auch für die Besatzung der 'Fulda' zutrifft" (BMVg-Sprecherin Christiane Noack zu einer möglichen Minenräumungsaktion in der Straße von Hormus) ✨Rüffel des Tages: "Wie jetzt Kolleginnen und Kollegen unter Ihnen zu der verkürzten Nachrichtmeldung oder Headline kommen, müssen Sie im Kollegenkreis klären" (AA-Sprecherin Deschauer zu Berichten über vermeintliche UN-Beitragskürzungen Deutschlands). ❗Die BPK geht langsam in den Sommer-Modus: Die RegPK ist nochmal zwei Minuten kürzer als am Mittwoch und schon nach 35 Minuten vorbei. |
Die Fragen:
Die Bundesregierung bestätigt militärische Vorbereitungen für mögliche Einsätze. Das Minenjagdboot „Fulda“ und weitere Einheiten werden vorpositioniert. Über einen tatsächlichen Einsatz, Mandat und rechtliche Grundlagen wird jedoch noch beraten.
Die Bundesregierung fordert die Einhaltung der Waffenruhe und betont, dass militärische Maßnahmen auf beiden Seiten unterlassen werden sollten. Ein stabiles Verhältnis zwischen Israel und Libanon gilt als wichtiger Baustein für weitere regionale Diplomatie.
Zu einem möglichen Einstieg des Bundes beim Rüstungskonzern KNDS bestätigten Verteidigungs- und Wirtschaftsministerium laufende Gespräche. Details oder Zeitpläne wurden nicht genannt.
Das Arbeitsministerium verweigerte Aussagen zu einem geleakten Referentenentwurf. Auch zu Zeitplan und Kabinettsbefassung machte das Haus keine Angaben.
Das BMAS betonte die bestehende Pflicht der Arbeitgeber zum Schutz vor Hitze. Die Regelungen würden fortlaufend weiterentwickelt, insbesondere für Arbeiten im Freien. Neue gesetzliche Vorgaben zur Arbeitszeit bei Hitze wurden nicht angekündigt.
Das Gesundheitsministerium bestätigt Gespräche mit den USA über Arzneimittelpreise. Zu Berichten über mögliche amerikanische Strafzölle äußert sich die Bundesregierung nicht.
Das Auswärtige Amt widersprach Berichten über geplante Kürzungen deutscher UN-Beiträge. Deutschland bleibe einer der größten Beitragszahler und unterstütze weiterhin die Vereinten Nationen, prüfe aber wie üblich die Verwendung seiner Mittel.
Das Wirtschaftsministerium verteidigt das geplante Netzanschlusspaket. Sorgen der Solarbranche über mögliche Ausbaubremsen würden ernst genommen, Ziel sei jedoch ein besser ausbalancierter Netzausbau.
Nach der Rückgabe von während des Zweiten Weltkriegs geraubten Kulturgütern an Polen verweist die Bundesregierung auf bereits veröffentlichte Stellungnahmen. Zu möglichen Rückgaben in die andere Richtung wurden keine neuen Angaben gemacht.
Das Auswärtige Amt will Berichte über Wartezeiten von bis zu elf Monaten vorerst nicht bestätigen (Bericht nicht bekannt). Man arbeite aber weltweit an schnelleren und stärker digitalisierten Visa-Verfahren.
|
✨ Satz des Tages: „Russland kann diesen Krieg militärisch nicht gewinnen.“ (Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer, der nach dem G7-Gipfel mehrfach von einer "neuen Dynamik" im Ukraine-Krieg spricht.) Die wichtigsten Fragen: ⭐Kommt jetzt Bewegung in die Ukraine-Diplomatie? ⭐Schickt Deutschland bald Schiffe in die Straße von Hormus? ⭐Wird das Bürgergeld künftig neu berechnet – oder sogar gekürzt? ❗Eine kurze Angelegenheit heute, nach 37 Minuten ist die RegPK schon vorbei. |
Da es heute keine Kabinettssitzung gab, geht es direkt los mit den Fragen.
Die nächste Regierungspressekonferenz gibt es am Freitag, 19. Juni, um 11:30 Uhr. Bis dahin wünschen wir noch eine schöne Woche!
|
✨ Satz des Tages: „Ich könnte jetzt ehrlicherweise nicht so richtig aufzählen, für was oder gegen was da die divers zusammengesetzte Gruppe auf die Straße gegangen ist.“ (Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille zu den Anti-G7-Protesten in Genf). Die wichtigsten Fragen: ⭐Wird Deutschland bald Minen in der Straße von Hormus räumen? ⭐Jubelt Berlin über ein Iran-Abkommen, das es noch gar nicht kennt? ⭐Ist das Zeitfenster für Verhandlungen mit Putin schon wieder zu? ❗Viele Fragen heute, die RegPK dauerte satte 75 Minuten. |
Los geht es mit der Vorstellung von gleich zwei neuen Gesichtern: Fregattenkapitän Göran Swistek ist in der Regierungspressekonferenz erstmals für das Verteidigungsministerium dabei, Nicolas Limmer feiert seine Premiere für das Justizministerium.
Vor den Fragen gibt es zudem noch zwei Reiseankündigungen: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) reist am Donnerstag und Freitag in die Türkei. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nimmt am Dienstag am EU-Gesundheitsministerrat in Luxemburg teil.
Die nächste Regierungspressekonferenz gibt es am Mittwoch, 17. Juni, um 11:30 Uhr (weil keine Kabinettssitzung stattfindet nicht wie üblich 13 Uhr).
Empfehlen Sie uns weiter, hier der Link zum Teilen:
https://www.dts-nachrichtenagentur.de/regierungspressekonferenz
|
✨ Satz des Tages: „Lasst es krachen, Männer. Wir sind stolz auf euch. Wir stehen hinter euch.“ (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille zur Fußball-WM) ✨Nicht-Antwort des Tages: „Ich überlege an der Formulierung, um Ihrem Anspruch, Tacheles zu reden, gerecht werden kann. Aber was sollte ich den Worten des Bundeskanzlers von gestern noch hinzufügen?“ (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille zur Bilanz nach dem Treffen mit den Sozialpartnern vom Mittwoch) ⭐Wichtigste Themen heute: Reformen, Fußball-WM, Iran |
Kanzler-Termine: Friedrich Merz reist am Montag zum G7-Gipfel nach Frankreich (Evian) und anschließend zum EU-Rat nach Brüssel. Am Sonntag, dem 21. Juni, nimmt er am zweiten nationalen Veteranentag in Berlin teil. Parallel findet am Wochenende der "Tag der offenen Tür" der Bundesregierung statt.
Fußball-WM: Die Regierung wünscht der Nationalmannschaft viel Erfolg beim Auftakt gegen Curacao. Staatsministerin Schenderlein wird beim zweiten Spiel in Kanada dabei sein. Zu den US-Einreisesperren für Fans und Schiedsrichter verweist die Regierung auf die Autonomie des Sports und die USA. Zu weiteren Fragen, welches Regierungsmitglied wann zur WM reist, sagt Hille: "Ich hoffe, dass wir Anlass dazu haben, hier nochmal darüber zu sprechen, wann noch andere Vertreter der Bundesregierung zur Fußball-Weltmeisterschaft reisen werden, weil dann wäre unsere Mannschaft relativ erfolgreich unterwegs."
Wirtschaftsreisen: Landwirtschaftsminister Rainer reist nach Japan und China, um insbesondere den chinesischen Markt für deutsches Schweinefleisch (seit 2020 wegen ASP gesperrt) wieder zu öffnen. Forschungsministerin Bär ist auf der VivaTech-Messe in Paris.
Iran-Atomabkommen: Die Bundesregierung unterstützt eine schnelle diplomatische Lösung mit dem Iran unter den bekannten Bedingungen (Ende der Israel-Bedrohung, freie Schifffahrt, Ende des Nuklearprogramms). Konkrete Informationen zu einem möglichen Abkommen gibt es nicht.
Gesundheitsreform: Die Regierung hält trotz Finanzlücken am ambitionierten Zeitplan fest. Zu möglichen Änderungen bei den Pharmapreisen (wegen Investitionsdrohungen) gibt es im laufenden Verfahren keine Details.
Spitzengespräch mit Sozialpartnern: Das Treffen zum Reformprozess war aus Sicht des Kanzlers "konstruktiv" und in "guter Atmosphäre". Konkrete Ergebnisse oder einen Zeitplan für Folgetreffen nannte die Regierung nicht.
Tankrabatt: Die Regierungsfraktionen haben sich klar für ein Auslaufen des Tankrabatts nach Juni positioniert. Das sei die Grundlage für weitere Beratungen.
Außenpolitik: Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens wurden nicht einbestellt, sondern trafen sich eigeninitiativ mit Russlands Vizeaußenminister, um die Eskalation im Ukraine-Krieg zu verurteilen. Die Regierung kommentiert nicht die Aussage der EU-Außenbeauftragten Kallas (Vergleich Israel mit Apartheid) und betont ihre grundsätzliche Ablehnung der Todesstrafe, auch im Fall der von einem US-Minister geforderten Hinrichtungen in Guantanamo.
Fall Michelmann: Die deutsche Journalistin ist seit fünf Monaten in Syrien in Haft. Die Bundesregierung setzt sich demnach hochrangig für sie ein, kürzlich waren weitere Haftbesuche möglich. Aus Persönlichkeitsrechten werden weiterhin keine Details zu den Vorwürfen genannt.
Wirtschaftsministerium: Die Regierung verteidigt die geplante Ausgabe von bis zu 2,2 Mio. Euro jährlich für externe Imageberatung als notwendige, spezifische Expertise. Die Freigabe von Ölreserven wurde fast vollständig vom Markt aufgenommen; weitere Freigaben sind vorerst nicht nötig. Die Proteste der Stahlindustrie sieht man als berechtigte Herausforderung an, verweist auf Maßnahmen zur Dekarbonisierung.
|
✨ Satz des Tages: „Wenn eine Tür zugeht, dann gehen häufig auch andere Türen auf.“ (Stv. Regierungssprecher Steffen Meyer zum gescheiterten Kampfjet-Projekt FCAS) Die interessantesten Themen: ⭐ Date mit Hindernissen: Kanzler trifft sich mit Arbeitgebern und Gewerkschaften. ⭐ Tür zu, Tür auf? Wie geht es nach dem FCAS-Desaster weiter? ⭐ Glasfaser oder Blechbüchse? Deutschland will im Glasfaser-Ausbau endlich vom hinteren Mittelfeld nach vorne sprinten. |
Schiedsverfahrensrecht: Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf zur Modernisierung des Schiedsverfahrensrechts beschlossen. Ziel ist es, Deutschland als attraktiven Standort für nationale und internationale Schiedsverfahren zu stärken. Künftig sollen Schiedsvereinbarungen auch in Textform (z. B. per E-Mail) möglich sein, Verfahren auf Englisch durchgeführt und Schiedssprüche unter Wahrung der Vertraulichkeit veröffentlicht werden.
Telekommunikationsgesetz (TKG): Die Regierung will den Glasfaser- und Mobilfunkausbau beschleunigen. Aktuell liegt die Glasfaserabdeckung bei etwa 50 Prozent. Ein konkretes Jahr für eine 100-prozentige Abdeckung will die Regierung nicht nennen, strebt aber bis zum Ende der Legislatur über 80 Prozent an. Die Kupfernetze sollen europaweit spätestens 2039 abgeschaltet werden.
Luftfahrtstrategie: Eine neue, umfassende Luftfahrtstrategie wurde beschlossen. Sie zielt auf Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Souveränität und Nachhaltigkeit. Die Branche wuchs zuletzt um 8 Prozent bei den Beschäftigten und 19 Prozent beim Umsatz (auf ca. 62 Mrd. Euro). Eine Steuerungsgruppe soll die Umsetzung begleiten.
Verteidigungsabkommen mit Polen: Das Kabinett billigte den Entwurf eines Abkommens zur Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, das u. a. gemeinsame Übungen, Personalaustausch und das Schließen von Fähigkeitslücken vorsieht.
Die Bundesregierung hat das Scheitern des gemeinsamen deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts FCAS (Future Combat Air System) noch einmal ganz offiziell bestätigt. Grund (der natürlich schon vorher bekannt war): Die beteiligten Unternehmen fanden nicht zusammen.
Der Kern des Projekts – das "System of Systems" (Vernetzung von Flugzeugen, Drohnen etc.) – soll jedoch mit Frankreich fortgeführt werden.
Für den eigentlichen Kampfjet der sechsten Generation prüft die Regierung nun Alternativen, darunter eine europäische Lösung oder ein Einstieg in bestehende Kooperationen. Ein rein deutsches Konsortium mehrerer Rüstungsunternehmen hat einen eigenen Vorschlag angekündigt.
Die Regierung betont, dass die rasanten technologischen Entwicklungen (u. a. aus dem Ukraine-Krieg) nun in die Neuplanung einfließen sollen.
Kanzler und Regierung treffen sich am Abend mit Gewerkschaften und Arbeitgebern, um über strukturelle Reformen zu sprechen.
Ziel ist ein gemeinsames Problemverständnis und ein "Korridor" für Reformen, insbesondere zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und zur Zukunft der Sozialsysteme.
Auf die Frage, ob konkrete Vorschläge erwartet werden, antwortet die Regierung zurückhaltend. Es gehe zunächst um einen "Abgleich" (Das klang am Montag noch ganz anders, da wurde der Wunsch geäußert, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer heute schon gemeinsame Vorschläge auf den Tisch legen).
Das Krankenkassenpaket soll am Freitag erstmals im Bundestag beraten werden. Widerstand aus dem Bundesrat wird zur Kenntnis genommen; Gespräche mit den Ländern laufen.
Die Lage der gesetzlichen Krankenversicherung ist ernster als gedacht: Vorläufige Zahlen zeigen eine deutlich höhere Ausgabendynamik, das Defizit könnte bei 3,5 Milliarden Euro liegen. Eine endgültige Bewertung wird Ende Juni/Anfang Juli erwartet.
Sanktionen gegen Israel: Mehrere enge Partner Deutschlands (u. a. Großbritannien, Frankreich, Kanada) haben Sanktionen gegen Israel verhängt. Auf die Frage unseres dts-Korrespondenten, ob die Bundesregierung zur Beteiligung eingeladen wurde, will das AA nicht antworten. Deutschland setze weiter auf Sanktionen im EU-Rahmen (u. a. gegen extremistische Siedler).
Humanitäre Lage in Gaza: Die Regierung fordert erneut besseren humanitären Zugang. Einem gemeinsamen Statement von 20 europäischen Staaten schloss sich Deutschland nicht an; man setze auf eigene, direkte Gesprächskanäle mit Israel.
Westjordanland & Siedlergewalt: Die Regierung sieht die Siedlungspolitik als "staatlich koordiniert" und völkerrechtswidrig an. Den Vorwurf der "ethnischen Säuberung" (Amnesty International) kommentiert sie aber nicht.
Die Regierung bestätigt, dass die zivile und militärische Verteidigung enger verzahnt werden müssen. Es fehle noch an einem gesamtgesellschaftlichen Bewusstsein für Verteidigungsfähigkeit.
Mit dem "Pakt für den Bevölkerungsschutz" wurden Mittel für Ausstattung, Ausbildung und Wertschätzung der ehrenamtlichen Kräfte (THW, Feuerwehr etc.) bereitgestellt.
Medienberichte über einen zusätzlichen Finanzbedarf der Bahn in Höhe von 13 Milliarden Euro wurden nicht bestätigt. Die Regierung verweist auf die laufenden Haushaltsverhandlungen zur Finanzierungsvereinbarung (LuFV).
Zum Projekt Stuttgart 21: Der Bund ist kein Projektpartner, da es sich um ein eigenwirtschaftliches Projekt handelt. Verzögerungen und mögliche Regressansprüche seien Sache der Projektpartner. Eine Umbenennung in "Stuttgart 31" sei nicht bekannt (war eine Art Scherzfrage von Hans Jessen).
Künstliche Intelligenz (KI) in Kanzler-Reden und in Ministerien: Auf die Frage, ob Redenschreiber des Kanzlers KI nutzen, antwortet der Regierungssprecher ausweichend. "Die Worte des Bundeskanzlers sind die Worte des Bundeskanzlers", sagt der stellvertretende Regierungssprecher. Das Digitalministerium sagt etwas mehr: KI werde in der Bundesverwaltung genutzt (z. B. zur Dokumentenbearbeitung), aber nicht für Reden von Ministern.
Eudi-Wallet: Die Einführung der digitalen Identitäts-Wallet ist weiterhin für den 2. Januar 2027 geplant. Testphasen laufen, Medienberichte über Verzögerungen werden nicht kommentiert.
Das Gesetz wurde erneut nicht im Kabinett behandelt, obwohl es mehrfach auf der Tagesordnung stand. Die Abstimmungen innerhalb der Regierung dauern an. Ein konkreter neuer Termin wurde nicht genannt.
|
✨ Schönste Nicht-Antwort des Tages: "Es muss nicht jeder Beitrag zur frühen Befüllung des Sommerlochs heute schon befriedigend beantwortet werden" (Regierungssprecher Stefan Kornelius zu der Frage, ob die parlamentarische Sommerpause ausfallen sollte) Die wichtigsten Themen heute: ⭐Ukraine ⭐Iran-Konflikt ⭐Reformen, Reformen, Reformen... |
E3 & Ukraine: Deutschland, Frankreich, Großbritannien wollen den Friedensprozess mit neuer "Wucht" vorantreiben, in enger Abstimmung mit den USA. Polen und Italien seien zwar "eingebunden", das kleine E3-Format habe sich aber bewährt, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. Der "Neuigkeitswert" aus dem gestrigen Treffen in London ergebe sich aus dem gemeinsamen Statement im Vergleich mit dem vorherigen Prozess. "Das müssen Sie schon selbst lesen, das ist ja diese fünf Punkte, die genannt werden, sind die Voraussetzungen, unter denen Europa, die E3, nun diesen Prozess sehen", sagt Kornelius
Tankrabatt: Dieser gelte noch bis Ende Juni, es werde "zeitig über dessen Schicksal entschieden", sagt Kornelius. Das klingt zunächst so, als ob eine Verlängerung im Raum stehe. Aber dann schiebt Kornelius nach: Man habe zwar festgestellt, dass sich die Benzinpreise "nach unten" entwickeln und dass der Tankrabatt wirkt, aber "zweitens auch die Marktkräfte wieder stärker wirken". Das beobachte die Bundesregierung "mit Wohlwollen".
Rentenreform: Die Bundesregierung wartet auf die Empfehlung der Rentenkommission und will sich nicht vorab festlegen. Die Forderung des DGB nach verpflichtenden Betriebsrenten wird "registriert".
Sommerpause des Bundestags: Die fast zweimonatige Pause sei kein Widerspruch zur Arbeitsaufforderung an die Bürger, da Abgeordnete auch in der Sommerpause arbeiten. "Wie Sie ebenfalls wissen, geht der Bundestag nicht zwei Monate an den Strand und legt die Füße hoch" (Kornelius). Ob der Kanzler auf Urlaub verzichtet? "Hypothetische Frage."
Spitzengespräch mit Sozialpartnern: Am Mittwoch treffen sich die Koalitionsspitzen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern (19-22 Uhr). Themen sind Steuern, Soziales, Bürokratie und Arbeitsrecht. Ein verstetigtes "Konzertierte Aktion"-Format ist nicht geplant. Kornelius stellt klar: Das Treffen sei "kein Koalitionsausschuss", wie er überall lese.
Einkommensteuerreform: Soll zum 1. Januar 2027 kommen, kleine und mittlere Einkommen sollen "merklich entlastet" werden. Konkrete Zielmarken oder Details zur Gegenfinanzierung gibt es nicht. Ein Termin für den Kabinettsentwurf bleibt offen.
Bafög-Reform: Das Kabinett soll noch Ende Juli beraten. Gespräche mit dem Parlament laufen.
Israel/Iran: Die Bundesregierung ruft alle Seiten (auch Israel) zur Deeskalation auf, unterstreicht aber wie üblich das Recht auf Selbstverteidigung. Man sorge sich um die US-iranischen Gespräche, die nicht gefährdet werden dürften.
Ukraine & Nazi-Kollaborateur: Ein ranghoher israelischer Holocaust-Gedenkstätten-Leiter wurde auf eine ukrainische "Staatsfeind"-Liste gesetzt. Das Auswärtige Amt kennt den Vorgang nicht.
Bundeswehr & AfD: Die AfD nutzt ein Video, das freundliche Kontakte von Bundeswehrsoldaten zum Spitzenkandidaten zeigt. Das Verteidigungsministerium kennt das Video, verweist auf öffentlichen Raum und prüft nun, ob die Neutralitätspflicht verletzt wurde.
US-Einreise: Nach Problemen für schottische Fans: Das Auswärtige Amt warnt, dass weder ESTA noch Visum einen Anspruch auf Einreise garantieren. Informationen, dass deutsche Fans betroffen sein könnten, gibt es derzeit nicht.
Schröder in Moskau:
Der Altkanzler traf Putin, die Bundesregierung hat "keine nähere
Kenntnis" und sieht keine Notwendigkeit einer nachträglichen
Information. Es handele sich um eine private Reise, "in eigener Verantwortung".
Sonstiges: Die digitale Wallet kommt planmäßig zum 2. Januar 2027. Armeniens Regierungschef Paschinjan hat die Wahl gewonnen – Berlin begrüßt die hohe Beteiligung trotz russischer Einflussversuche. Nachtrag zum Telefonat mit dem argentinischen Präsidenten: Kanzleramt will Reform in Argentinien nicht kommentieren.
|
✨ Schönste Nicht-Antwort des Tages: "Auch wenn ich mir vorstelle, dass Sie sich das sehr gerne vorstellen würden, kann ich Ihnen dazu aber nichts Positives vermelden." (Stellvertretender Regierungssprecher Sebastian Hille auf die Frage, ob der Bundeskanzler auf der ILA selbst ins Cockpit steigt) Die Themen des Tages: ⭐ Debakel bei den Vereinten Nationen: Wurde Deutschland angelogen? ⭐ Selenskyj-Brief an Putin: Ist Russland gesprächsbereit? ⭐ Bei der Gesundheitsreform verzockt? Pharma-Konzerne wollen sich zurückziehen. ❗Und am Ende gab es noch einen Eklat. |
Kanzler-Termine in der nächsten Woche:
Bundeskanzler Friedrich Merz
• besucht am Samstag den "Tag der Bundeswehr" in Rostock,
• nimmt am Montag an einem virtuellen EU-Wettbewerbsgipfel teil,
• zeichnet am Dienstag soziale Initiativen aus und
• trifft abends Wirtschaftsmanager (den Präsident des Weltwirtschaftsforums und Mitglieder der Leaders for European Growth and Competitiveness).
• Am Mittwoch eröffnet er die Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin,
• am Donnerstag folgt eine Regierungserklärung zum Europäischen Rat im Bundestag.
1. Thema: Wahlschlappe für Deutschland in der UN-Generalversammlung
Bevor es zu Fragen kommt, prescht der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille selbst vor und erklärt, dass das Ergebnis der Wahl für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat enttäuschend gewesen sei, und man es jetzt „gründlich aufarbeiten“ werde. Wie diese konkrete Aufarbeitung aussieht, will Hille auf Nachfrage unseres dts-Korrespondenten aber nicht sagen.
Noch viel trauriger ist aber Antwort vom Auswärtigen Amt zu diesem Thema auf die Frage eines Kollegen: „Wir haben aber ausreichend Zusagen gehabt. Wir waren davon ausgegangen.“
Tja.
2. Ukraine-Krieg
Die Bundesregierung begrüßt den Brief von Präsident Selenskyj an Putin, in dem er Gespräche und eine Waffenruhe vorschlägt. Man teile die Forderung, dass Europa und die USA an Verhandlungen beteiligt werden müssten (und betont diese auch). Die mangelnde Gesprächsbereitschaft liege allein bei Russland, das stattdessen weiter brutal angreife.
3. Pharma-Boykott
Die Unternehmen Eli Lilly und Boehringer stoppen Milliardeninvestitionen in Deutschland und verweisen auf die GKV-Reform. Das Gesundheitsministerium bedauert dies, sieht den Standort aber weiterhin als attraktiv an und spricht von "unternehmerischen Entscheidungen". Die geplante Pharmastrategie soll nun gegensteuern.
4. Bundeswehr & Schießstände
Die Landeskommandos der Bundeswehr sollen gestärkt werden – die zivil-militärische Zusammenarbeit laufe gut. Im Streit um gekündigte Wurftauben-Schießstände (Umweltbelastung, Kontrollverlust) betont das Ministerium, dass die Kooperation mit anderen Sportvereinen in den Kasernen weiterhin reibungslos funktioniere.
❗Zum Schluss gibt es noch Ärger:
BPK-Urgestein Hans Jessen kritisiert den stellvertretenden Regierungssprecher Hille dafür, einen Journalisten als "hier zu Gast" betitelt zu haben. In Wahrheit sei es umgekehrt (die Sprecher der Bundesregierung sind zu Gast in der Bundespressekonferenz).
Sitzungsleiter Stefan Lange (RND) will das Thema aber nicht zulassen und stellt Jessen das Mikrophon ab.
Mit diesem abrupten Ende ist die RegPK auch am Schluss. Die nächste gibt es am Montag, 8. Juni, um 11:30 Uhr.
Bis dahin wünschen wir ein schönes Wochenende.
|
✨ Satz des Tages: „Auf ukrainischer Seite gibt es ein Momentum, was es vorher so nicht gab.“ (Michael Stempfle, BMVg, zur aktuellen militärischen Lage im Ukraine-Krieg). Die wichtigsten Fragen: ⭐Öffnet sich gerade ein Fenster für Gespräche mit Putin? ⭐Wie lange sollen die Binnengrenzkontrollen noch bestehen bleiben? ⭐Wie will die Bundesregierung die klaffende Haushaltslücke schließen, ohne sich politisch zu verheben? |
Wie immer am Mittwoch wurden zuerst die Kabinettsthemen erörtert:
Unter anderem wurde ein Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie auf den Weg gebracht. Ziele sind Ressourcenschonung, größere Rohstoffunabhängigkeit, höhere Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Darüber hinaus wurde eine Stellungnahme zum Entwurf der Aufgabenplanung 2026 bis 2029 der Deutschen Welle abgegeben. Angesichts geopolitischer Spannungen soll sich der Sender stärker auf Kernaufgaben konzentrieren. Dabei verweist die Bundesregierung auf notwendige Priorisierungen angesichts begrenzter Haushaltsmittel.
Kein Thema im Kabinett war die Reform des Energieeffizienzgesetzes. Die geplante Novelle wurde noch nicht eingebracht. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums befindet sich das Vorhaben in der Schlussphase der Ressortabstimmung. Die Bundesregierung hält die Energieeinsparziele bis 2030 grundsätzlich für erreichbar, ohne Wirtschaftswachstum zu gefährden.
Ukraine und Russland
Die Bundesregierung verurteilt die jüngsten russischen Angriffe auf ukrainische Städte mit zahlreichen zivilen Opfern erneut. Möglicherweise öffnet sich aber ein Fenster für Gespräche mit Putin. Das Verteidigungsministerium sieht derzeit ein neues „Momentum“ auf ukrainischer Seite und hält an der militärischen, finanziellen und politischen Unterstützung der Ukraine fest. Gleichzeitig wird vom stellvertretenden Regierungssprecher Steffen Meyer betont, dass Deutschland bereit sei, mögliche Friedensgespräche mit Russland zu unterstützen, sofern sich ein entsprechendes Zeitfenster öffnet.
Reisen deutscher (AfD-)Politiker zu einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg kritisiert die Bundesregierung unterdessen scharf. Die Teilnahme an „staatlich organisierten Propagandaveranstaltungen“ laufe den außen- und sicherheitspolitischen Grundsätzen der Bundesregierung zuwider.
✅Die weiteren Themen:
Bundeshaushalt
Die Haushaltsaufstellung für 2026 läuft weiter. Die Bundesregierung bekräftigt, dass alle Ressorts Beiträge zur Konsolidierung der Staatsfinanzen leisten sollen. Zur diskutierten Zuckerabgabe laufen nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiterhin regierungsinterne Abstimmungen.
Gesundheitspolitik
Die Erhöhung des Apothekenhonorars wird umgesetzt. Die Bundesregierung verweist darauf, dass die Maßnahme im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Ein Zusammenhang mit den parallel laufenden Sparmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung wird zurückgewiesen.
EU-USA-Zollstreit
Die Bundesregierung reagiert zurückhaltend auf neue US-Zolldrohungen. Priorität habe die Umsetzung des bereits ausgehandelten Zollabkommens zwischen EU und USA. Berlin geht davon aus, dass die vereinbarten Bedingungen eingehalten werden.
Return Hubs
Die EU hat sich grundsätzlich auf ein Modell sogenannter „Return Hubs“ für Rückführungen geeinigt. Eine Gruppe von fünf Staaten (Deutschland, Niederlande, Dänemark, Österreich, Griechenland) arbeitet bereits enger daran – eine Zustimmung von EU-Rat und Parlament steht aber noch aus. Die Bundesregierung unterstützt die Einigung grundsätzlich, interne Abstimmungen laufen aber noch.
Grenzkontrollen & Schengen
Die EU-Kommission kritisiert mangelnde Abstimmung bei nationalen Grenzkontrollen, Deutschland will trotzdem vorerst daran festhalten. Lockerungen sollen erst bei funktionierendem Außengrenzschutz erfolgen. Einen konkreten Zeitplan dafür gibt es laut Innenministerium nicht.
Olympia-Referendum in Hamburg
Das gescheiterte Referendum in Hamburg nimmt die Bundesregierung zur Kenntnis. Die demokratische Entscheidung wird respektiert, an der Unterstützung von Olympischen Sommerspielen in Deutschland hält die Regierung aber fest. Sie verweist darauf, dass mit München, Berlin und dem Ruhrgebiet weitere Kandidaten im Rennen sind
Noch kürzer wurde angesprochen: OECD-Wirtschaftsausblick und Energieeinsparung (kein Tempolimit), Rente mit 63 (Prüfung durch Rentenkommission), Justizdebatten um Politikerbeleidigung, EU-Technologiesouveränität, sowie die abgesagte Ministerreise in den Libanon aufgrund einer kurzfristigen Verschlechterung der Sicherheitslage.
Die nächste Regierungspressekonferenz gibt es am Freitag, 5. Juni, um 11:30 Uhr.
Bis dahin wünschen wir eine schöne Restwoche und freuen uns, wenn Sie uns weiterempfehlen. Hier der Link zum Teilen:
https://www.dts-nachrichtenagentur.de/regierungspressekonferenz
|
✨"Dann geb' ich Ihnen den Satz, den Sie unbedingt haben wollen: Die Regelung, so wie sie jetzt im Wehrpflichtgesetz steht, war sicherlich ein Fehler." (Natalie Jenning, BMVg, nachdem sie x-mal dazu gefragt wurde) ❗Eine extra-lange RegPK heute - mit nur wenigen Themen, die drankommen, viel mehr wären noch auf der Frageliste gestanden: |
Sondervermögen (Infrastruktur): Der erste Monitoringbericht zeigt, dass 28 Prozent der für 2026 geplanten Mittel abgeflossen sind. Der Wachstumseffekt wird auf +0,5 Prozent BIP geschätzt. Das BMF räumt ein, dass man mehr Tempo brauche, und arbeitet an einem Bonus-Malus-System. Kritik aus Wirtschaftsinstituten, wonach ein Großteil der Mittel nicht für neue Projekte genutzt werde, weist man aber zurück. Der Mittelabfluss bei den Ländern liege nur bei 0,08 Prozent – dies wird mit Vorleistungspflichten der Länder erklärt. Ein "Bonus-Malus-System" für Ministerien soll Tempo bringen. Ziel ist, die Mittel bis Jahresende vollständig einzusetzen.
Rente: Auf die Frage nach einem internen Gutachten der Rentenversicherung, wonach der Beitragssatz bereits 2028 auf 19,9 Prozent steigen könnte, verweigerte das BMF eine Stellungnahme. Man befinde sich in der Aufstellung des Haushalts 2027 und kommentiere keine einzelnen Zahlen.
|
✨Schönster Satz des Tages: "Ich weiß nicht, als welche Baumart sich der Kanzler nun bezeichnen würde, aber es gibt sehr viele Gehölze im Sauerland, die wetterfest sind" (Regierungssprecher Stefan Kornelius) ⚠ Kurz vor dem Wochenende sinkt die Teilnahmedisziplin in der RegPK: Bauministerium, Bildungsministerium und Familienministerium haben sich komplett abgemeldet, der Regierungssprecher kommt zu spät. ⭐Das Thema "Kanzlertausch" hat die RegPK erreicht. Außerdem wichtig: Wahl im UN-Sicherheitsrat, Ebola, Streaming-Streit mit den USA |
❗Die Teilnahme des Bundeskanzlers am Montag bei einer Klausurtagung der NRW-CDU im Sauerland erwähnt der Regierungssprecher zunächst nicht. Auf Nachfrage erklärt er das damit, dass es eine Parteiveranstaltung sei.
• UN-Sicherheitsrat: Außenminister wirbt in New York (wo er seit heute ist) um einen nicht-ständigen Sitz (Wahl am Mittwoch). Die Bundesregierung zeigt sich zuversichtlich, trotz einer Dreier-Konkurrenz (Portugal und Österreich, wobei Portugal als sicher gilt).
• Sozialpartnertreffen: Der Kanzler traf sich mit Arbeitgebern und Gewerkschaften. Das Treffen sei "konstruktiv" gewesen, Details bleiben aber vertraulich. Ein Folgetermin ist für den 10. Juni geplant.
• Russische Drohne in Rumänien: Die Bundesregierung sieht darin einen Beweis für Russlands "Entschlossenheit zur Eskalation". Die NATO stehe fest an der Seite Rumäniens, die Verteidigung "jedes Zentimeters" des Bündnisterritoriums sei zugesichert.
• China-Reise der Wirtschaftsministerin: Die Reise wird als "erfolgreich" bewertet. Menschenrechtsthemen seien in internen Gesprächen thematisiert worden, öffentliche Äußerungen blieben aus.
• Investitionspflicht für Streamer: Die USA kritisieren das Vorhaben als protektionistisch. Die Bundesregierung widerspricht: Es handele sich um anerkannte kulturpolitische Maßnahmen, nicht um eine Steuer.
• Sondervermögen: Mittelabflüsse ziehen an, genaue Zahlen folgen in einem Bericht nächste Woche.
• Gasspeicher: Füllstand liegt bei 31 %, etwas gestiegen, die Ministeriumssprecherin hat nach eigenen Worten extra nochmal nachgesehen. Trotz Warnungen aus der Branche sieht das Wirtschaftsministerium derzeit keinen Anlass für staatliche Eingriffe. „Der Markt muss es richten.“
• Vermögensungleichheit: Die Zahl der Millionäre steigt stark an. Der Finanzminister sieht dies mit Sorge und plädiert für mehr Steuergerechtigkeit.
• Ebola: Deutschland ist bereit, auf Ersuchen der USA weitere infizierte US-Bürger medizinisch zu versorgen.
• Fall Eva-Maria Michelmann (Syrien): Konsularischer Zugang wurde zuletzt im April gewährt, weitere Details werden aus Schutzgründen nicht genannt.
Die nächste Regierungspressekonferenz gibt es am Montag, dann ist schon der 1. Juni, um 11:30 Uhr.
Bis dahin wünschen wir ein schönes Wochenende und freuen uns, wenn Sie uns weiterempfehlen, hier der Link zum Teilen:
https://www.dts-nachrichtenagentur.de/regierungspressekonferenz
|
✨ Schönster Satz des Tages: „Dass Sie diesen sonnigen Mittwoch lieber mit uns verbringen als draußen an der Sonne, das werte ich auch als positives Zeichen“ (Stv. Regierungssprecher Sebastian Hille zu den Anwärtern für den Auswärtigen Dienst, die heute in der RegPK zu Gast waren). ❗Ehrlichster Satz des Tages: "Es ist nicht im Ermessen des BMAS, die Lebensentwürfe von Leuten zu ändern und jetzt für mehr Kita-Plätze zu sorgen." Die wichtigsten Fragen: ⭐Wird die Bundesregierung beim Wohnungsbau jetzt wirklich schneller? ⭐Wie weit darf der Staat bei der Cyberabwehr gehen, ohne die föderale Kompetenzordnung auszuhebeln? ⭐Gasspeicher-Strategie: Vertraut die Regierung wirklich weiter auf den Markt, während der Bundesrat schon mit den Ohren schlackert? |
Kabinettsbeschlüsse:
Das Bundeskabinett hat fünf Gesetze auf den Weg gebracht: Mit dem Cybersicherheitsgesetz erhalten BSI, BKA und Bundespolizei erweiterte Befugnisse zur aktiven Abwehr von schweren Cyberangriffen. Die Novelle des Baugesetzbuchs
soll den Wohnungsbau beschleunigen und vollständig digitalisieren
(Bürgerbeteiligung nur noch „digital only“). Die Verwaltungsgerichtsordnung wird modernisiert, um Gerichte zu entlasten und Verfahren zu beschleunigen. Das Gesetz gegen Menschenhandel weitet die Tatbestände auf Zwangsheirat und Leihmutterschaft aus und kriminalisiert die Nachfrageseite. Zudem wurde eine Reform der Filmförderung
(„Film-Booster“) beschlossen, die Streamingdienste zu Investitionen von mindestens 8 Prozent ihres Nettoumsatzes in europäische Produktionen verpflichtet.
Energie & Wirtschaft:
Das Energieeffizienzgesetz wurde nicht beschlossen, die Ressortabstimmung läuft noch. Bei der Füllung der Gasspeicher
hält die Regierung an der Linie fest, dass dies eine Aufgabe des
Marktes sei (derzeit ca. 30 Prozent Füllstand). Die geforderte Strategie
des Bundesrates sieht man nicht als notwendig an. Ein vom
Wirtschaftsministerium geteiltes Video des Arbeitgeberverbands
„Initiative Soziale Marktwirtschaft“ sorgte für Nachfragen; man
beteuerte, keine Absprachen getroffen zu haben und das Neutralitätsgebot
gewahrt zu haben.
Soziales & Gesundheit:
Die Bafög-Reform steckt noch in der Ressortabstimmung – ob die Erhöhung pünktlich zum Wintersemester kommt, ist offen. Die Pflegereform
lässt auf sich warten; ein Referentenentwurf soll „zeitnah“ vorgelegt
werden, Details zum Zeitplan (vor oder nach der Sommerpause) gibt es
nicht. Die geplanten Zuschüsse für Krankenkassenbeiträge von
Bürgergeldempfängern (ab 2027: 250 Mio. Euro) kommen on top zu den bereits gezahlten 144 Euro pro Kopf.
Recht & Innere Sicherheit:
Bei der Verjährung von Vergewaltigung
(derzeit 5 Jahre) prüft das Justizministerium Änderungen, da Opfer oft
erst spät Anzeige erstatten. Ein Sprecher wies darauf hin, dass die
Verjährung bereits jetzt erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres des
Opfers beginnt. In der Debatte um EU-Sanktionen gegen deutsche Staatsbürger
(Fall eines Journalisten) wies das Finanzministerium den Vorwurf der
„Sippenhaft“ zurück und verwies auf rechtsstaatliche Prüfverfahren und
Ausnahmegenehmigungen für den täglichen Bedarf.
Außenpolitik:
Die Regierung zeigte sich gegenüber der Türkei "irritiert" über juristische Verfahren gegen die Opposition (CHP), sie thematisiere dies bilateral. Die Türkei bleibe ein wichtiger
NATO-Partner. Nach den russischen Angriffen auf Kiew wurde der russische Botschafter einbestellt. Keine Einbestellung der türkischen Botschafterin (im Gegensatz zu Russland): Ein
Journalist fragt, warum der russische Botschafter wegen der Angriffe
auf Kiew einbestellt wurde, die türkische Botschafterin aber nicht. Die Antwort:
Man stelle die Vorgänge in der Türkei klar und kritisch dar, aber man
wolle „keine Vergleiche heranziehen“. Die Einbestellung in Russland habe
andere Gründe (konkrete militärische Drohungen). De facto bleibt es
dabei: Gegen die Türkei gibt es (noch) keine formelle diplomatische
Rüge.
Die Regierung stehe unverändert an der Seite der Ukraine und lasse sich nicht einschüchtern. Die Lage in Bolivien (Lockerung des Ausnahmezustands) werde genau beobachtet, Bürgerrechte müssten gewahrt bleiben. Die Entwicklung im Süden des Libanon bereite große Sorge; die Waffenruhe müsse eingehalten werden.
Digitales & Medien:
Bei der geplanten Plattformabgabe für Streamingdienste gibt es noch keinen Zeitplan. Bei Künstlicher Intelligenz
setzt die Regierung auf „digitale Souveränität“ und eigene Entwicklung
(z. B. Unterstützung des Zusammenschlusses von Aleph Alpha und Cohere).
Pläne von Landesmedienanstalten, soziale Netzwerke zu einer
algorithmischen Bevorzugung öffentlich-rechtlicher Inhalte zu
verpflichten, kommentierte der Kanzler-Sprecher nicht im Detail, betonte
aber den hohen Stellenwert der Presse- und Meinungsfreiheit.
Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie wird die Frist Anfang Juni reißen; die Regierung sei mit anderen europäischen Staaten in der Verzögerung. Bei der Teilzeit-Debatte bleibt das Arbeitsministerium beim Ideal der Vollzeitbeschäftigung, sieht aber die Ursachen (z. B. fehlende Kitaplätze) außerhalb seiner Einflusssphäre. Angesichts steigender Vermögenskonzentration sieht Finanzminister Klingbeil weiterhin Handlungsbedarf bei der Erbschaftssteuer, wartet aber auf ein BVerfG-Urteil.
Im
Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen den Journalisten Hüseyin Dogru wird sowohl von Tilo Jung als Florian Warweg (sonst keine Freunde) heftig nachgefragt. Nicht nur das Konto des Betroffenen, sondern auch
das seiner Mutter und Ehefrau gesperrt worden, die Bundesregierung wird gefragt, wie sie zu „Sippenhaft“ steht. Die Antwort:
Der Sprecher des Finanzministeriums wies den Begriff „klar zurück“. Er
argumentierte, dass die Maßnahmen rechtsstaatlicher Kontrolle unterlägen
und man im Einzelfall für den täglichen Bedarf Ausnahmen beantragen
könne. Geklärt wurde aber nicht, warum das Gericht diese Sperren
kassiert hatte – das sei „Einzelfall“, den man nicht kommentiere.
Die Bafög-Reform ist in der Schwebe – und zwar richtig. Es ist nicht nur „noch nicht beschlossen“. Auf Nachfrage, ob die Erhöhung überhaupt komme, sagte der Sprecher des Forschungsministeriums nur, man könne sich „zum Finanzierungsvorbehalt“ nicht äußern. Eine Verabschiedung vor dem Winter scheint fraglich.
Es gibt wieder Fragen zu Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und dessen Firma. Das Kanzleramt soll eine Presseanfrage zu möglichen Interessenkonflikten mit seiner Media-Agentur intern abgestimmt haben. Der stellvertretende Regierungssprecher sagt: Die Abstimmung sei nur zur „Koordinierung von Informationen“ und „Einordnung“ da. Es sei „mitnichten ein Interessenkonflikt“. Schließlich habe Weimer seine Firmenanteile einem Treuhänder übergeben.
In den Streit zwischen der italienischen Bahngesellschaft Italo und der Deutschen Bahn will sich das Bundesverkehrsministerium nicht einmischen. Das wäre europarechtlich sogar verboten. Die Bundesnetzagentur soll entscheiden.
Frist für EU-Entgelttransparenz wird gerissen: Die Regierung räumt ein, dass sie die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz nicht bis zum Juni schaffen wird. Die Rechtfertigung: „Das ist in der Art komplexen Gesetzgebungsverfahren auch nicht unüblich“ – und zahlreiche andere EU-Staaten seien ebenfalls im Verzug.
Fazit: Der stellvertretende Regierungssprecher hat in einem Punkt auf jeden Fall Recht: Draußen scheint die Sonne, das sollte man nicht vergessen.
Die nächste Regierungspressekonferenz gibt es am Freitag, 29. Mai um 11:30 Uhr.
Empfehlen Sie uns weiter, hier der Link zum Teilen:
https://www.dts-nachrichtenagentur.de/regierungspressekonferenz
|
✨Schönster Satz des Tages: "Wir müssen nicht zwingend die Stunde voll machen" (Sitzungsleiterin Corinna Buschow zu Tilo Jung, dem nach Abschluss der Themenliste doch noch eine weitere Frage zu Israel/Gaza eingefallen ist). Die wichtigsten Themen heute: ⭐Wie groß ist der diplomatische Ärger in Sachen Gaza-Flottille? ⭐Ebola: Ist die Angst vor einer neuen Pandemie berechtigt? ⭐Droht ein Kahlschlag beim Elterngeld? |
|
✨Zitat des Tages: "Chinas entscheidende und wachsende Unterstützung für Russlands Angriffskrieg betrifft damit auch unsere Sicherheit." (AA-Sprecher Josef Hinterseher zu Berichten, dass China womöglich heimlich russische Soldaten für den Krieg ausbilden soll) Die wichtigsten Fragen: ⭐Zeigt die deutsche Sicherheits- und Außenpolitik mehr Härte gegen China? ⭐Deutschland behandelt Ebola-Patienten aus dem Kongo. Wie ernst ist die Lage? ⭐Wird der Führerschein jetzt wirklich günstiger – oder fressen Versicherungen die Ersparnis wieder auf? |
|
✨Bester Satz des Tages: "Selbstverständlich gilt jedes Wort, das auf X steht, und kann übernommen werden" (Kornelius zur Frage, ob "gutes Telefonat" mit Trump auch "gute Stimmung bedeutet) Die am meisten diskutierten Fragen des Tages: ⭐Schutzräume für alle? Die Ampel will Milliarden in den Zivilschutz pumpen – aber wo bleibt das lang erwartete Schutzraumkonzept? Und reicht das Geld gegen die Bedrohung aus Russland? ⭐Klima-Kater nach dem Expertenrat: Die eigenen Berater bescheinigen der Regierung: So wird das nichts mit den Klimazielen. Der Kanzler sieht „Interpretationsspielraum“. ⭐Tankrabatt-Verlängerung: Der Sprit ist wieder etwas billiger, aber die CSU trommelt schon für mehr. Die Regierung mauert – und muss sich fragen lassen: Wie klimaschädlich ist die eigene Entlastungspolitik? |
|
Mit 67 Minuten hatte die RegPK heute wieder etwas Überlänge, aber es gab Einiges zu besprechen... ⭐ Die 1.000-Euro-Frage: Warum ist die geplante Entlastungsprämie jetzt vom Tisch – und wer darf sich eigentlich nochmal bei wem für das Hickhack bedanken? ⭐ Die "Wo-bleibt-die-Reform"-Frage: Kanzler, Sozialpartner, Koalitionsausschuss – gibt’s bald einen riesigen Pakt für Steuer, Rente und Bürokratie, oder ist das der nächste Herbst der leeren Versprechungen? ⭐ Die "Bitte-keine-Panne-im-Sommer"-Frage: Kommen wir dank der Lage am Golf in die Kerosin-Klemme – oder reicht am Ende nur guter Wille, um die Urlaubsflieger in die Luft zu kriegen? Satz des Tages: "Die Reaktion der Delegierten ist, glaube ich, menschlich." (Regierungssprecher Kornelius dazu, dass Gewerkschafter den Bundeskanzler ausgebuht haben) |
⚠ Die am meisten diskutierten Fragen:
Koalitionsstreit & Reformprozess: Die umstrittene 1.000-Euro-Entlastungsprämie ist endgültig gescheitert, bestätigt Kornelius in der Sitzung. Die geplante Tabaksteuererhöhung kommt trotzdem. Die großen Reformen (Steuer, Arbeitsmarkt, Rente, Bürokratie) sollen nun in einem gemeinsamen Prozess mit den Sozialpartnern bis zur Sommerpause vorangetrieben werden. Einen konkreten Zeitplan oder ein festes Format gibt es nicht. Der CO₂-Preis für 2027 wird wegen der hohen Energiepreise ausgesetzt.
❗Auffällig: Der Regierungssprecher reagiert mal wieder dünnhäutig, als er gefragt wird, ob es denn wieder einen "Herbst der Reformen gibt": "Das ist ein Stöckchen, das sie mir gerne hinhalten können. Dieser Begriff wurde nicht von mir geprägt und wird da nicht verwendet werden."
Offenbar sitzt der Frust tief, denn der Regierungssprecher schiebt hinterher:
"Seit einem Jahr hat die Bundesregierung eine Reform nach der anderen auf den Weg gebracht, wir können gerne Ihnen noch mal unsere Bilanzzettel zuschicken, es gibt enorm viele Sachthemen allein heute [...] Ich wünsche mir mal eine sachliche Beurteilung und nicht immer eine Labelisierung. Und ja, manchmal auch Belustigung über Themen. Und insofern freue ich mich heute über diesen Tag."
Energiesicherheit: Trotz der Lage am Golf und dem Ausfall katarischer Lieferungen sieht die Regierung weiterhin keine akuten Versorgungsengpässe bei Öl, Gas oder Kerosin. Die Preise steigen, aber die Tanks sind voll. Ein Krisenmodus sei weiter nicht nötig, sagt Kornelius, und betont in Bezug auf die Gaspreise: "Wir sehen da sehr positive Entwicklungen." Bei der umstrittenen Wiederaufnahme russischer LNG-Lieferungen durch die Sefe (Ex-Gazprom Germania) 2023 war das Wirtschaftsministerium angeblich nicht eingebunden.
Außen & Sicherheit: Die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien "sehr gut", kommentiert die Regierung einen Bericht über scharfe Kritik an Kanzler Merz. Zur Lage in der Ostsee mit russischen Kriegsschiffen zeigt man sich gelassen. Die Bundesregierung prüft einen Einstieg beim Rüstungskonzern KNDS. Menschenrechtsorganisationen-Berichte über Folter und sexuelle Gewalt an palästinensischen Häftlingen in israelischen Gefängnissen nimmt man zur Kenntnis – man setze sich seit langem für IKRK-Zugang zu den Gefangenen ein.
✅Was wir heute sonst noch erfahren:
Termine des Bundeskanzlers in der kommenden Woche - werden heute schon bekannt gegeben, weil die RegPK am Freitag ausfällt: Antrittsbesuche des bulgarischen Ministerpräsidenten (18.5.) und des Schweizer Bundespräsidenten (19.5.), Rede bei den German Startup Awards (21.5.).
G7-Finanzministertreffen: Reise von Finanzminister Klingbeil nach Paris (18./19.5.) – Themen: Weltwirtschaft, Irankrieg, weitere Ukraine-Unterstützung.
Haushalt & Tabaksteuer: Die vorgezogene Tabaksteuererhöhung bleibt trotz des Aus für die Entlastungsprämie bestehen und dient der Haushaltskonsolidierung.
Gasversorgung: Der Bundesrat fordert eine Strategie für die Gasspeicherfüllung im Winter - die Regierung setzt aber weiter auf "marktliche Befüllung" und die LNG-Infrastruktur. Es gibt einen regen Austausch mit den Ländern.
Kerosin aus Israel: Mögliche Lieferungen sind nicht vom Tisch, wurden vom Wirtschaftsministerium flankiert, sind aber Sache der Unternehmen.
Klimamodelle (IPCC): Auf eine Frage zu zurückgezogenen Klimamodellen hieß es, diese hätten keine direkten Auswirkungen auf das Gebäudemodernisierungsgesetz; an den Klimazielen 2045 wird festgehalten.
EU-Beitritt Kanadas: Die Bundesregierung sieht das nicht als Priorität, verweist auf das enge transatlantische Verhältnis und das bestehende Freihandelsabkommen. Aber offenbar schließt Berlin eine solche Mitgliedschaft auch nicht aus....
Deutsch-Tschechischer Tag: Innenminister Dobrindt wird trotz kritischer Äußerungen des tschechischen Außenministers in Brünn teilnehmen.
Russischer Zerstörer in der Ostsee: Die Nato beobachtet die erhöhte russische Präsenz, sieht aber keinen Grund zur Beunruhigung. Ein Zusammenhang mit der "Schattenflotte" ist naheliegend.
Bundeseinstieg bei KNDS: Die Gespräche über einen möglichen Einstieg beim Rüstungskonzern laufen. Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht.
Verfassungsschutz & Software: Zum Kauf von Software des französischen Anbieters "Chaps Vision" (statt Palantir) gab es aus nachrichtendienstlichen Gründen keine Bestätigung. Es wird ein "modularer, hybrider Ansatz" verfolgt.
Nationaler Aktionsplan für Tarifbindung: Die regierungsinternen Abstimmungen laufen noch. Einen konkreten Zeitplan für die Vorlage gibt es nicht.
Pflegereform: Die Abstimmung läuft, ein Kabinettstermin für die kommende Woche wurde nie kommuniziert. Man werde rechtzeitig informieren.
Am Donnerstag ist Feiertag, deswegen hat am Freitag niemand Lust auf Regierungspressekonferenz. Die nächste gibt es somit am Montag, 18. Mai 2026 um 11:30 Uhr.
Wir wünschen ebenfalls einen schönen Feiertag und jetzt schon ein schönes, möglicherweise verlängertes Wochenende. Empfehlen Sie uns weiter!
|
Die RegPK ging heute in 43 Minuten relativ schnell durch. Die wichtigsten Fragen: ⭐Ist die 1.000-Euro-Entlastungsprämie nach dem Bundesrats-Ende politisch tot? Und wie geht es jetzt weiter – Vermittlungsausschuss oder komplett neues Modell? ⭐Wer hat wen nicht informiert? Gab es vor dem Koalitionsausschuss keinerlei Rücksprache mit der Wirtschaft? ⭐Das Gerhard-Schröder-Problem: Warum ist der Altkanzler als Russland-Vermittler untragbar – und wer wäre es stattdessen? ⭐Das Hanta-Virus: Sind die Rückkehrer aus Afrika wirklich symptomfrei, oder gibt es einen fünften Fall in Berlin? Bester Satz: "Das ist jetzt verschüttete Milch, wie man so schön sagt. Wir werden jetzt abwarten, wie die Regierung sich auf einen nächsten Schritt verständigt." (Kornelius zur Entlastungsprämie) |
Entlastungsprämie: Ziel bleibt, Instrument ist offen
Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest, Bürger angesichts hoher Energiepreise zu entlasten. Nach dem gescheiterten Gesetz im Bundesrat ist aber jetzt offen, wie dieses Ziel erreicht werden soll.
Die steuerliche Entlastungsprämie von 1.000 Euro bleibt im Gespräch, ist aber nicht mehr fest eingeplant. Der Regierungssprecher verweist mehrfach darauf, dass verschiedene Optionen geprüft werden und die Koalitionsspitze „zeitnah“ entscheiden soll.
Konkrete Fragen nach dem weiteren Verfahren – etwa zur Anrufung des Vermittlungsausschusses oder zur Ausgestaltung möglicher Alternativen – bleiben unbeantwortet. Die Regierung betont lediglich, dass der Prozess noch läuft und noch keine finale Entscheidung gefallen ist.
Auch bei der Vorbereitung des Gesetzes bleibt vieles vage. Auf Nachfragen zur Einbindung der Wirtschaft oder zu internen Abstimmungen verweist der Sprecher auf laufende, teils nicht öffentlich sichtbare Prozesse.
Bund-Länder-Finanzstreit: strukturelles Problem ohne Lösung
Nach dem überraschenden Scheitern im Bundesrat verschärft sich die Debatte über die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern. Die Länder kritisieren erneut, dass der Bund Aufgaben beschließt, deren Finanzierung sie mittragen müssen.
Die Bundesregierung erkennt die Komplexität des Problems an, widerspricht aber der Darstellung eines grundsätzlichen Stillstands. Stattdessen verweist sie auf laufende, sehr schwierige Verhandlungen.
Konkrete Fortschritte werden nicht genannt. Auch bei der Frage nach Gegenfinanzierung einzelner Maßnahmen bleibt die Antwort vage. Die Regierung spricht von früheren Debatten, ohne Details zu nennen, und betont erneut die Komplexität der Finanzarchitektur.
Regierungssprecher Stefan Kornelius gibt Manuela Schwesig noch einen mit, die am Abend bei "Caren Miosga" mehr Länder-Beteiligung gefordert hatte und der Bundesregierung Unprofessionalität vorgeworfen hatte: "Der richtige Weg der Klage wäre das direkte Gespräch und nicht die Fernseh-Talkshow".
Hanta-Virus: geringe Gefahr, aber operative Unsicherheiten
Im Fall mehrerer deutscher Kontaktpersonen gibt das Gesundheitsministerium Entwarnung. Alle Betroffenen sind symptomfrei, das Risiko für die Bevölkerung wird weiterhin als sehr gering eingeschätzt.
Die Personen werden in verschiedene Bundesländer verteilt und dort in Quarantäne betreut. Zuständig sind vor allem kommunale Gesundheitsämter, begleitet vom Robert-Koch-Institut.
Auffällig ist jedoch die Kommunikationslage: Mehrfach müssen Details zu den betroffenen Personen präzisiert oder korrigiert werden. Auch bei der Frage nach internationalen Abstimmungen bleibt die Regierung allgemein und verweist auf laufende Kontakte.
Ukraine-Krieg: klare Absage an Schröder als Vermittler
Die Bundesregierung lehnt eine Rolle von Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg klar ab. Es gebe etablierte Gesprächsformate auf europäischer Ebene, insbesondere über EU- und E3-Strukturen sowie in Abstimmung mit den USA.
Ein Kontakt zwischen Bundesregierung und Schröder habe nicht stattgefunden, wird ausdrücklich betont.
Gleichzeitig hält die Regierung an ihrer Grundlinie fest: Sanktionen bleiben bestehen und werden weiter verschärft, die militärische Unterstützung für die Ukraine läuft weiter. Eine echte Verhandlungsbereitschaft Russlands wird weiterhin nicht gesehen.
Weitere Themen: Verteidigung und Digitalministerium
Im Verteidigungsbereich geht es um mögliche neue Beschaffungswege für Langstreckenwaffen und die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen bei Drohnenabwehrsystemen. Die Regierung beschreibt hier vor allem Prüfaufträge, Marktanalysen und laufende Entwicklungsprozesse – konkrete Entscheidungen gibt es nicht.
Das Digitalministerium weist Kritik an langsamer Personalbesetzung zurück. Die Hausleitung spricht von tausenden Bewerbungen und einem laufenden Auswahlprozess. Die Stellenbesetzung verlaufe planmäßig und werde in den kommenden Monaten abgeschlossen.
Die nächste Regierungspressekonferenz ist am Mittwoch um 13 Uhr, am Freitag fällt sie wegen des Feiertags am Donnerstag aus.
Wir wünschen einen schönen Tag.